Mittwoch, 14. Februar 2018

Das verspätete Weihnachtsgeschenk


Da kann ich nach dem Nähzimmer wohl direkt hier weiter machen mit dem Staubwischen. 
Was war das auch für ein verhexter Jahresstart. Nählust gleich null und stattdessen ein Berg von Karteikarten vor mir. 

Ich bereite mich schon sehr intensiv auf meine Prüfungen vor aber so diszipliniert, wie ich in den letzten Wochen für meine Psychologie-Klausur gelernt habe, habe ich noch nie gelernt. Also Abitur war da nichts gegen. Diese Klausur gehört neben den beiden (bzw. drei mit dem Master) Mathematik-Fachveranstaltungen zu den größten Hürden meines Studiums. Heißt, ich habe die zugehörige Vorlesung auch zum zweiten mal gehört. Ich war jedoch in guter Gesellschaft und so wurde aus der Vorlesung eine Instagram-Serie. Woche für Woche zelebrierten wir "The same procedure as every thursday" in den Instagram-Storys und zeigten Hochschul-Realität. Von der Vorlesung selbst haben wir dabei meist wenig mitbekommen, aber wir waren da und das schlechte Gewissen sorgte dafür, dass wir die Klausurvorbereitung umso ernster nahmen. 



Mein alter Herr hat in dieser Zeit einiges ertragen müssen, denn je näher die Klausur rückte, umso blanker lagen auch die Nerven. Daher hatte er sich sein Weihnachtsgeschenk nun auch wirklich verdient. Ja, richtig gelesen, denn dieser Troyer aus Strickfleece sollte eigentlich für ihn unter dem Weihnachtsbaum liegen, wurde aber nicht mehr rechtzeitig fertig. Nachdem diese und auch eine weitere Klausur nun geschrieben waren, juckte es mir auch wieder etwas in den Fingern. Da ich in zwei Wochen bereits die erste von zwei noch ausstehenden Hausarbeiten abgeben muss, für die ich noch nichts außer dem Deckblatt habe, könnte meine Nählust aber als Verdrängungstaktik durchgehen, andererseits weiß ich inzwischen, dass ich eh erst in den letzten Minuten abgeben werde und eine Woche im schlimmsten Falle ausreicht, um 15 Seiten wissenschaftliches Zeug niederzuschreiben. 

Jedenfalls hat mein alter Herr nun seinen Troyer. Genäht aus Strickfleece vom Stoffmarkt und nach dem Schnitt Kai von Rockerbuben. Die Ärmellänge habe ich für ihn angepasst und im unteren Bereich des Pullis etwas Weite weggenommen. Ein bisschen stolz bin ich ja auf die vielen Cover-Nähte an sämtlichen Stellen. Ich habe mich beispielsweise das erste mal getaut auch den Reißverschluss und den Kragen mit der Cover abzunähen. 


Mein alter Herr hat sich sehr über seinen Troyer gefreut und auch wenn er mal wieder beifügte "Perfekt ist der aber nicht!", weiß ich, dass er allen die ihn auf mich ansprechen mit stolzer Brust auf seinen Pulli hinweisen wird... Ein paar neue Oberteile hätte er in nächster Zeit dennoch gerne von mir genäht. Mal schauen, wann ich mich dazu motivieren kann. 

Liebe Grüße, Nadine


Zutaten
Schnitt: Troyer Kai von Rockerbuben, Gr. XL
Stoff: Strickfleece vom Stoffmarkt

Donnerstag, 4. Januar 2018

Pimp my Puky


Ein frohes neues Jahr wünsche ich allen Lesern meines Blogs! 

Mit dem Beginn von 2018 starte ich nun in mein 8. Blogjahr! ...unglaublich. Ich weiß noch wie sehr ich gezweifelt habe, ob ich ein Blog anlegen soll. Ob ich es wirklich dauerhaft durchziehen würde? Auch wenn mir die Postzahlen neben den Jahreszahlen links im Blogarchiv klar zeigen, dass ich längst nicht mehr so viel blogge wie zu Beginn, so bin ich dennoch stolz immer noch dabei zu sein. In den ersten Jahren habe ich sehr spontan und mit wenig Aufwand gebloggt, das sieht inzwischen ganz anders aus. Fotos, Text und Postabfolge müssen stimmig sein und wenn sie das nicht sind, dann bleiben Posts Entwürfe und gibt es hier erst neues, wenn ich zufrieden bin.

Ich hatte mich sehr auf die Zeit zwischen den Jahren und ein bisschen Nähzeit gefreut, leider plagte mich aber mit Fertigstellung des Geburtstagskleidchens der großen Feldmaus ein Nähtief. Ich räumte mein Nähzimmer noch voller Elan auf, wollte nähen, aber mir fehlte einfach die Lust. Wer selber gerne Kreativ ist weiß, dass dies kein Widerspruch ist. Irgendwann kommt die Nählust dann schlagartig und voller Wucht wieder. Spätestens in der Klausurphase... 

Da ich also nichts neues für mich zeigen kann, zeige ich erstmal noch etwas für die große Feldmaus. Die bekam nämlich zum Geburtstag ihr erstes Fahrrad!


Das etwas betagte pinke Rädchen aus der früheren B*byBorn-Kollektion war ein Kleinanzeigen-Schnapper. Die grau-rosa-Mama wollte die Aufkleber entfernen, was sich aber als gar nicht so einfach herausstellte. Ich hatte aber direkt eine Idee: Das Rad wird beklebt! Gut, dass ich kurz vorher zufällig ein paar Folien Oracal 751C für den Plotter bestellt hatte. Eine Folie die auf Tassen und Co. auch die Spülmaschine überstehen soll ... und für langfristige Beschriftungen im Außenbereich geeignet ist - BINGO!

Als die grau-rosa-Mama das kleine Rädchen vorbei brachte, war es um mich geschehen. Ich würde meiner großen Feldmaus das schönste erste Fahrrad im ganzen Dorf herrichten!


Das schlimme Logo wurde zuerst überklebt. Die anderen Ornamente ließen sich in mein Konzept zu integrieren. Den Kettenkasten zierte noch eine wunderhübsche Polonäse BabyBorn-Enten. Kaum hatte ich diesen Aufkleber angefasst, hatte ich ihn auch schon in der Hand. Gut, dann wurde der natürlich auch noch verziert. Ergänzend zum personalisierten Rahmen des Rades.


Nun wäre ich nicht ich, wenn dieses Projekt mal kein Selbstläufer geworden wäre... Ich düste kurz zum Stoffladen um farblich zum Kettenkasten passendes graues Wachstuch gekauft. Irgendwo hatte ich nämlich mal genähte Lenkerpolster gesehen und wollte das Rad damit optisch aufpeppen. Als mir das Alte beim Entfernen beinahe in der Hand zerbröselte, erachtete ich diese Eingebung auch als sehr sinnvoll. Zum Schnitt gibt es nicht viel zu sagen: Das alte Polster auf Papier gelegt, drum herum gemalt und mit diesem Schnitt neu zugeschnitten. Die wohl mal gelb gewesene Babyborn-Fahne auf dem Schutzblech und der Sticker auf der Klingel passten dann natürlich auch nicht mehr zum Rest und wurden ebenfalls ersetzt. Jetzt wäre ich schon sehr zufrieden mit meinem Werk gewesen, hätte mein alter Herr nicht doch noch den selben Gedanken gehabt wie ich: Jetzt muss auch noch ein passender Sattelüberzieher her...

Die grau-rosa-Mama ließ ich währenddessen übrigens schmoren. Viel zu gespannt war ich auf ihre Reaktion, wenn sie das gesamte Facelifting sehen würde. Denn bis auf "irgendwas über das Logo"  hatten wir nichts abgesprochen. Ich kenne ihren Geschmack inzwischen ganz gut und sie lässt mich einfach machen. Wer sich bei der Begutachtung des Werkes letztlich mehr gefreut hat, lässt sich aber kaum abwägen. Ich hatte riesigen Spaß an der Aktion und wenn ich das Rad in seinem Ursprungszustand sehe und dann vor Augen habe, was daraus wurde, dann bin ich einfach nur begeistert, was sich mit Hilfe von Plotter und Nähmaschine rausholen lies.


Rad vorher:


Liebe Grüße, Nadine

Kurz gesagt