Samstag, 30. September 2017

"Einhörner mag ich nicht!" - Der Kuschelpulli

 

Als Susanne von Hamburger Liebe 2013 die ersten "Lenis Dream"-Stoffe vorstellte, war es um mich geschehen. Auch bei meinem Lieblingsmädchen würde ich damit sicher punkten, dachte ich, orderte ein paar Meter Mädchentraum-Stoff und begann im Kopf eine ganze Kollektion zu nähen. 

Den Anfang machte ein Kuschelpulli nach Lina von Ki-ba-doo samt Kragenerweiterung. Das Ganze eine Nummer größer zugeschnitten, als das Lieblingsmädchen damals trug, da der Schnitt ja eigentlich für dehnbare Jerseys und nicht für Sweat ausgelegt war. Genau genommen war dies nicht meine Idee. Sarah von Mädchenkram hatte ihrer Tochter, der wir dieses wunderbare Design überhaupt zu verdanken haben, nämlich genau so einen Pulli genäht. Da mein Lieblingsmädchen damals gerade die "Ich bin jetzt Schulkind und ab sofort cool"-Phase durchlebte, war ich der Überzeugung mit den sparsam gesetzten Einhorn-Aktzenten auch bei ihr einen Volltreffer zu landen. 


Ich also in großer Hoffnung im nächsten Moment den Titel "Weltbeste Lieblingsnachbarin" abzustauben, wurde jedoch mächtig enttäuscht. "Einhörner mag ich nicht!", sagte das Lieblingsmädchen und ich wusste, verhandeln hilft da nicht. Ich nahm den Pulli also wieder mit ins Nähzimmer wo er fortan auf seinen großen Auftritt wartete. 

Glücklicherweise lernte ich zwischenzeitlich aber den wohl größten Einhorn-Fan kennen. Anfang des Jahres habe ich sie euch hier schon mit ihrem magischen Geburtstagskleid vorgestellt. Vier Jahre nachdem ich den Pulli genäht hatte, wuchs Yvi endlich in die Teile der Einhorn-Kollektion und diesmal sollte die Arbeit belohnt werden.


So wurde ich damit zwar nicht zur "Weltbeste Lieblingsnachbarin", dafür aber Kindermädchen mit den "besten Kindersachen ever after".

Liebe Grüße, Nadine

Kurz gesagt:
  • Schnittmuster ist "Lina" von Ki-ba-doo
  • die Kragenerweiterung findet ihr bei Claudi im Blog
  • Aus Sweat solltet ihr mindestens eine Nummer größer nähen! (Yvi trägt aktuell Gr. 116, die Lina ist eine Gr. 134/140 und wächst noch eine Weile mit)
  • Der wunderbare Einhorn-Jersey ist nach dem Design von Hamburger Liebe und leider nur noch schwer zu bekommen. Wenn jemand noch welchen abgeben mag, Yvi würde sich freuen! -> Email an mich!
  • Die passende Stickdatei habe ich bei Kunterbuntdesign gekauft

Donnerstag, 21. September 2017

Blusen-Nähliebe

Noch zwei einhalb Wochen, dann ist es wieder vorbei mit dem Lotta-Leben und dem sanften Start in den Tag. Ich habe diese vorlesungsfreie Zeit genossen wie noch nie und werde sie auskosten bis zur letzten Sekunde. Den Anfang machte eine große Aufräum-Aktion im Nähzimmer. 4 Tage hatte ich mich dort nahezu verbarrikadiert. Wo endlich wieder alles an seinem Platz ist und mein Zuschneidetisch dank riesiger Platte nun auch wirklich einer ist (Nie mehr Bodenarbeiterin!), bekam ich direkt wieder Lust mich dort auszutoben. 

Neben vielen kleinen Projekten konnte ich endlich auch ein großes Projekt von meiner Nähliste streichen: Eine Karo-Bluse wie die von Danie, in die ich mich unsterblich verliebt hatte!



Anfang Mai habe ich hier voller stolz meine erste, selbstgenähte, richtige Bluse gezeigt. Ja, so ein Projekt ist schon etwas anderes als der x-te Pulli den ich mir sonst mal Abends nähe, wenn ich verdrängt habe, rechtzeitig die Waschmaschine anzustellen...

Das fängt schon beim Zuschnitt an. Vorwaschen ist das oberste Gebot bei so einem Projekt! Ich wasche längst nicht alle Stoffe vor, aber tagelanges nähen, ein perfektes Ergebnis in den Händen halten und nach der ersten Wäsche nicht mehr tragen können ist so richtig blöd. Aus Fehlern lernt man.


Als Schnitt habe ich wieder die "Nameless Bluse" von Sewera verwendet. Der große Vorteil gegenüber der viel erwähnten Cheyenne Tunika ist der unkomplizierte Zuschnitt und die logisch aufgebaute Anleitung. Auch bei der Namelessbluse muss man den ein oder anderen Schritt vor der Ausführung langsam durchdenken, aber ich muss nicht ständig darüber nachdenken, wo ich mit welcher Nahtzugabe zuschneiden und nähen muss. Das schreckte mich nämlich von der Cheyenne Tunika ab, auch wenn die dank "Wiener nähten" von innen noch einen Tacken hübscher ist, als meine, die nur mit der Overlock versäubert und abgesteppt ist. 

Die Passform der Nameless Bluse ist toll, lediglich die Ärmellänge sollte unbedingt überprüft und ggf. angepasst werden. Mir wären ein ganzes Stück zu kurz gewesen. Für mich habe ich Größe 32/34 genäht. 

Das Nähen ging schon wesentlich schneller als bei meiner ersten Bluse. Ganz ohne Nahttrenner kam ich aber auch diesmal nicht aus. Man muss schon ganz genau und Schritt für Schritt nach der Anleitung nähen, trotzdem finde ich, dass sich jeder der gerade Nähte nähen kann in der Lage ist, so ein Projekt umzusetzen. Es erfordert Ausdauer und Präzision, aber es ist kein Hexenwerk. 


Mir hat das Entstehenlassen der Bluse jedenfalls wieder richtig Spaß gemacht und ich freue mich wahnsinnig über das tolle Ergebnis. Mit der kleinen Stick-Applikation ist sie obendrein noch Oktoberfest tauglich. Fürs Nähen eines Dirndls bin ich nämlich auch in diesem Jahr zu spät dran... aber irgendwann, irgendwann nähe ich mir auch ein richtiges Dirndl!

Liebe Grüße, Nadine


Kurz gesagt:
  • Die Bluse ist genäht nach Schnitt und Ebook "Nameless Bluse" von Sewera
  • Die Stick-Applikation ist aus der "Alpenschick"-Stickserie von tinimi
  • Stoffe und Zubehör habe ich allesamt vor Ort gekauft
  • Baumwollstoffe vor dem Vernähen zu Hemd und Bluse UNBEDINGT vorwaschen!
  • (Verlinkt bei RUMS)

Donnerstag, 14. September 2017

Ein Familien-Taufkleid


Am Sonntag wurde die kleine Feldmaus getauft. In dem wunderschönen Leinen-Taufkleid, in dem auch schon ihre große Schwester vor knapp 2,5 Jahren getauft wurde und das ich der Familie damals genäht habe. 

Eigentlich gibt es in unserer Gemeinde ein Taufkleid, dass für die Taufen genutzt wird. So braucht nicht jede Familie ein Taufkleid anschaffen, welches im Gottesdienst doch nur kurz aufgelegt wird. Natürlich sinnvoll, aber ich wollte doch unbedingt ein Taufkleid nähen... 


Als ich noch zur Schule ging besuchten wir das Kloster Dahlheim in dessen Museum ein wertvolles Leinen-Taufkleid hing. Dieses war übersät mit den eingestickten Namen und Daten der Täuflinge, die dieses Kleid getragen haben. Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, warum wir eigentlich dort waren, aber dieses Kleid habe ich immer noch vor Augen.

Die Taufe der großen Feldmaus rückte damals näher und ich fragte nochmals, ob ich wirklich kein Taufkleid nähen soll und da fand auch unsere Graurosamama, dass es vielleicht doch ganz schön wäre ein Kleid in der Familie zu haben - Na also!
Zum Glück waren wir uns ziemlich einig, wie das Kleid werden sollte. 
In der Ottobre 1/2014 fanden wir einen Schnitt der uns beiden zusagte. Ein klassisches Leinenkleid mit Biesen und Bubi-Kragen sollte es werden. 



Dass Ottobre-isch oft schwer zu verstehen ist wusste ich ja, aber beim Nähen der Biesen war ich mir nicht mehr so sicher, ob ich jetzt an mir oder an den schwedischen Schnitterstellern zweifeln sollte...
Letztlich habe ich zig mal am Schnitt nachgemessen, dann nur noch das Prinzip übernommen und unserem Kleid die Biesen verpasst. Als Eyecatcher bekam das Kleid einen Lochsaum, durch den Schleifenband gezogen werden kann. 

Da die Kleider bei uns auch nur übergelegt werden, kann unser Kleid hinten über die gesamte Länge geknöpft werden. So wurde es in den Gottesdiensten zumindest halb angezogen und dann für die anschließenden Familienfotos mit Täufling einfach geschlossen. 


Ich finde es total schön wenn ich unseren Nachbarsfamilien solche Dinge nähen, und sie auch fotografisch immer wieder begleiten darf. Irgendwann werden sich die große und die kleine Feldmaus Fotos ihrer Kindheit anschauen, die ich eingefangen habe und sich in Kleidungsstücken sehen, die ich für sie angefertigt habe. Wenn sie dann einmal selbst Kinder haben, werden sie diese vielleicht sogar in dem Kleid taufen lassen, dass ich zu ihrer Taufe genäht habe. So haben wir uns das jedenfalls überlegt, die Graurosamama und ich. 

Jedes Kind, das mit diesem Kleid getauft wurde soll, wie das Kleid im Museum, mit einer Stickerei im Kleid verewigt werden und dies damit zu einem richtigen Familienschatz werden. Mit der Taufe der kleinen Feldmaus finden sich nun schon zwei Stickereien auf dem Kleid und ich hoffe, es kommen noch einige hinzu.

Liebe Grüße, Nadine


Kurz gesagt:



  • Der Schnitt zum Taufkleid ist aus der Ottobre 1/2014.
  • Das Zuschneiden und Nähen der Biesen war typisch ottobre-isch schlecht erklärt.

Donnerstag, 7. September 2017

Häkel-Esel Kasimir


Ich habe es ja gesagt, einmal dem Häkeltier-Wahn verfallen, kann man nicht mehr aufhören kleine Wesen zu erschaffen und so erblickte auch Kasimir das Licht der Welt. 

Kasimir ist nach der kostenlosen Anleitung von Hobby uncinetto gehäkelt, die Vanni Vanilla ins deutsche übersetzt hat. Der kleine Esel war schon etwas aufwändiger, als das Amigurumi-Einhorn von neulich, aber auch in wenigen Stunden gehäkelt. Das schöne an diesen Tieren ist, dass sie fast ausschließlich mit festen Maschen gehäkelt werden und sich so nahezu blind häkeln lassen. 



Kasimir ist fast 20cm groß und war mein Travelbuddy bei meinem Trip nach München.
Davon werde ich noch berichten.

Liebe Grüße, Nadine


Kurz gesagt:

Montag, 4. September 2017

Symbolhaftes Taufgeschenk


Ich habe wohl jetzt das Alter erreicht, wo der überwiegende Freundeskreis aus Pärchen besteht. Nicht nur, dass nun Standart ist "+1"-Einladungen auszusprechen, einige Partner gehören inzwischen so sehr dazu, dass sie einfach in den Freundeskreis integriert wurden.

So ist das auch bei Marina und Tim, die ich unglaublich gerne habe. Deshalb habe ich beim "Ich nähe nur noch für uns" auch mal eine Ausnahme gemacht. Nicht zuletzt, weil die beiden immer die schönsten Geschenk-Ideen ausarbeiten... 



Tim ist gestern Patenonkel vom kleinen Jonas geworden und die beiden hatten ihre kreativen Hirnzellen mal wieder ordentlich in Gang gesetzt. Sie hatten sich überlegt, dass Jonas von seinem Patenonkel einen Gutschein für den ersten Schulranzen bekommen soll, symbolisiert durch einen Rucksack fürs Turnen oder Wechselzeug und der darin enthaltenen Erstausstattung fürs Frühstück außer Haus (Trinkflasche und Brotdose).

Den Turnbeutel Rucksack für dieses tolle symbolische Geschenk durfte ich dann nähen, im Wunsch der beiden mit einer Applikation von Jonas Lieblings-Pinguin drauf. 


Den Pinguin hätte ich eigentlich aus Flex-Folie plotten und aufbügeln wollen, jedoch fiel mir zu spät auf, dass ich dann nicht nur schwarze und weiße Folie bräuchte, sondern eben auch gelbe für Schnabel und Füße... Daher holte ich abermals und ganz klassisch das Vliesofix hervor und applizierte den ausgesuchten Pinguin kurzerhand. So wirkt er fast plastisch und ich glaube noch viel besser als das mit Flex-Folie der Fall gewesen wäre.

Das Geschenk war natürlich ein Knaller. Marina berichtete mir noch am Abend wie süß Jonas doch ausgesehen habe, als er mit seinen tapsigen ersten Schritten an den Händen aber mit Rucksack auf dem Rücken herum lief. Da habe ich mich gleich nochmal mit gefreut.

Liebe Grüße, Nadine


Kurz gesagt:
  • Der Turnbeutel ist 26x34cm groß und ich habe keinen Schnitt dafür.
  • Der Pinguin ist nicht geplottet, sondern klassisch appliziert.
  • Der Boden des Rucksacks ist aus Kunstleder.
  • Die Stoffe habe ich allesamt aus unserem Stoffladen vor Ort.