Montag, 7. August 2017

Nähhühnertreffen 2.0

Wenn Nähmaschinen in Koffern verpackt werden und der restliche Koffer mit den nötigsten Kleidungsstücken ausgestopft wird (damit die Maschine weich liegt, versteht sich), dann steht ein Nähtreffen an! In diesem Fall ein ganz besonderes - unser Nähhühnertreffen.


Es war ziemlich genau ein Jahr her, dass ich Maira, Laura und Elli von unserem Bahnhof abholte und mit ihnen ein tolles Wochenende verlebte. Als wir uns nach drei tollen Tagen voller Fachsimpeleien, Instacontent und Nähmaschinenrattern voneinander verabschieden mussten, hatten wir uns längst eine Wiederholung geschworen und nun war es soweit:

Elli hatte uns zu sich in ihre wunderschöne Heimat Speyer eingeladen. 


Für mich bedeutete das eine Reise quer durch Deutschland und dank Sommer-Ticket die erste große Fahrt mit dem ICE. Da Maira an diesem Freitag noch Schule und ich Uni hatte, war es schon recht spät, als wir Abends bei Elli eintrudelten. Laura hatte in Heidelberg auch noch ihren Anschlusszug verpasst. Als wir dann endlich bei selbst belegter Pizza (das scheint ein Ritual am ersten Abend zu werden ;-)) zusammen saßen musste ich abermals in mich hineingrinsen. Unser gesamtes Tischgespräch drehte sich schlagartig wieder um Schnittmuster, Stoffläden, Nähprojekte, wirklich nützliches Nähzubehör und den neuesten Tratsch von Instagram. Es war so vertraut als wäre unserer erstes Treffen gerade gestern gewesen. 


Obwohl wir alle eigentlich hundemüde von der Anreise waren hatten wir an diesem Abend noch etwas vor. Wir hatten uns in diesem Jahr darauf geeinigt gemeinschaftlich Rucksäcke zu nähen. Dies hatte gegenüber einem Kleidungsstück wie im letzten Jahr den großen Vorteil, dass wir nur die normale Nähmaschine und nicht noch Overlock- und Covermaschine brauchten. Snaply Nähkram hatte uns dafür einiges an Material zur Verfügung gestellt, dass Maira verteilen durfte. DANKE dafür und dazu später mehr! Es folgte also erstmal eine kleine Bescherung. Dann ging es aber wirklich los. Denn den für uns alle perfekten Rucksack-Schnitt hatten wir im Vorfeld nicht finden können und so hatten wir beschlossen, uns diesen kurzerhand vor Ort selbst zu erstellen. So verwandelten wir Ellis Zuhause schnell in ein Schlachtfeld aus Schnittmusterpapier und Zeichenmaterial...

Nach einem Frühstück mit leckeren Pancakes gab es natürlich einen wichtigen Punkt auf der Tagesordnung abzuhaken: Ein Stoffladenbesuch. Hier hatten wir nochmal die Möglichkeit fehlendes Zubehör für unsere Rucksäcke zu besorgen. 



Einer spontanen Eingebung folgend ("Moment mal, ist nicht auch das Kitchdeluxe-Lädchen in Speyer?!") fuhren wir anschließend noch in die Nordstadt, wo sich etwas versteckt das Kitchdeluxe-Lädchen befindet. Hier gibt es alles was das Herz begehrt und neben einer feinen Auswahl an Stoffen und Nähzubehör noch Geschirr der Firma Rice. Alles ganz liebevoll kitschig und mit einem Hang zum Firlefanz eingerichtet.



Nach einer Kaffeepause in einer hiesigen Bäckerei (die Nacht war kurz...) ging es zurück bei Elli direkt an unser Rucksack-Projekt. 

Gefühlte Kilometer Vlieseline wurde aufgebügelt bevor die ersten Maschinen losratterten. Als Laura und Maira am späten Abend beinahe ihre fertigen Rucksäcke vorzeigen konnten, fluchte ich noch über die aufgesetzte Tasche meines Vorderteils (Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?) und war noch weit davon entfernt, meine Stoffstücke auf dem Rücken tragen zu können. Elli konnte sich nicht so recht aufraffen bei tickender Nähzeit die vielen Einzelteile eines Rucksacks zuzuschneiden und entschied sich dann dazu ein paar Babysachen vorzubereiten und unser Nähtreffen fotografisch festzuhalten. 


Als um 23:30 Uhr auch meine Nähmaschine verstummen musste, haben wir natürlich längst noch nicht geschlafen. Matratzenlager ist so ziemlich die schönste Art woanders zu übernachten. Bis tief in die Nacht wurden noch tiefsinnige Fachgespräche geführt.

Mit einem ausgiebigen Frühstück im Magen hatten wir am Sonntag alle noch etwas zu tun. Ich wollte meinen Rucksack noch irgendwie fertig bekommen und die anderen Mädels hatten sich noch Outfits mitgebracht, die Elli fotografieren sollte. Wenn schon mal kameraerprobte Blogger beieinander sind... So konnte ich ganz in ruhe Fluchen und das sperrige Etwas unter der Maschine hindurch zerren.


Anschließend begann das große Packen... Abreisestimmung machte sich breit. Doch davon wollten wir uns die letzten Stunden nicht vermiesen lassen. Wir schnappten uns nochmal die Räder und fuhren ein letztes mal in die Stadt, die von Elli aus nur einen beneidenswerten Katzensprung entfernt ist. Ich habe mich wirklich selten so in eine mir zuvor fremde Stadt verliebt. Speyer ist wirklich absolut sehenswert und wäre unser Zeitplan nicht so immens straff gewesen, hätte ich hier gerne noch in die ein oder andere Gasse geschaut. 

Bei Kaffee, Eisshake und Kuchen im Café Aran ließen wir das Wochenende nochmal Revue passieren. Waren das tatsächlich schon drei Tage? Diesmal war die Zeit wirklich wie im Flug vergangen.



Dann hieß es wirklich Abschied nehmen, zumindest von unserer tollen Gastgeberin. Laura, Maira und ich mussten uns erst in Mannheim trennen. Es war wieder eine so wunderbare Zeit unter Gleichgesinnten, meinen Nähhühnern!


Wir sehen uns wieder. Spätestens in einem Jahr! Wo wir uns dann treffen? Da lasst euch überraschen ;-)

Liebe Grüße, Nadine

1 Kommentar:

  1. Hej Nadine,
    das hört sich wirklich nach einem gelungenen Treffen an :0) da beneide ich euch diesmal richtig! die fotos sprechen ja für sich :0) ganz LG aus Dänemark, ulrike :0)

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Liebe Grüße, Fusselline