Montag, 28. Dezember 2015

Die Sternenhäkeldecke - mein Großprojekt in 2015



45 Wochen,
unzählbare Stunden,
mindestens 5890 mitgereiste Kilometer in 3 Ländern,
über 60 Knäul Garn,
179 ganze, 16 halbe Hexagons,
195*140cm,

...2800 Gramm ganzer Stolz!



Angefangen als ich Anfang Februar krank die Couch hütete, war ich zur Belustigung von Freunden und Kollegen fortan selten ohne Häkelzeug unterwegs. In einem kleinen Apothekenbeutel schlürte ich zugeknotet immer etwas Garn, Häkelnadel und Schere mit mir herum. Das Werk war schon als Decke erkennbar, als ich diese hässliche Apothekentasche endlich ersetzte... 


Ich häkelte im Zug, im Auto, auf der Fähre, im Bus, im Flugzeug,... auf dem Sofa, im Bett, im Garten, im Wartezimmer, am Strand auf Hiddensee, in Paris, in Irland, sogar als wir mit dem Kanu auf der Lahn paddelten. Nein, stillsitzen war nicht mehr möglich. Ich wollte diese Decke!

Das häkeln der Hexagons war aber die geringste Arbeit. Das konnte man ja schön nebenbei und unterwegs erledigen. Wesentlich schlimmer war das vernähen der Fäden mit der Riesendecke auf dem Sofa... Das zog sich ganz schön in die Länge, obwohl ich schon beim häkeln alles mit vernähte was ging. 


Nun ist es geschafft! Ich freue mich über die hübsche Decke in meiner Leseecke und der beste Papa ist froh, dass das Sofa endlich wieder frei von Fadenenden ist und er nicht mehr um auf dem Boden ausgelegte Teilstücke herum saugen muss. 

Ich kuschle mich jetzt in meine Sternenhäkeldecke, denke zurück an all die Momente in der sie entstand und überlege mal welche Farben die nächste Decke haben soll... 
Jetzt hätte ich gerne eure Gesichter gesehen ;-)


Ich wünsche euch einen guten Rutsch! 
Auf ins nächste kreative Jahr! 
Dann zeige ich euch mal nach und nach was hier doch noch so genähtes unterm Baum lag.

Liebe Grüße, Nadine



PS: Jedes mal, wenn ich auf Instagram einen Ausschnitt der Decke zeige, werde ich nach der Anleitung gefragt. Ihr lieben, es gibt keine vollständige Anleitung zu dieser Decke und ich werde dazu auch keine schreiben. Ich fände es nicht richtig und respektlos gegenüber fremden Ideen, für Anjas (Joma-Style) Decken, die sie zudem auch noch verkauft, eine Anleitung zu verfassen. Fangt bitte einfach an! Schaut euch die Anleitung von der Schaubude an und probiert dann etwas mit den Stäbchen herum. Ich hatte auch nichts anderes als anfängerische Häkelkenntnisse von einigen Boshi-Mützen, die Grundanleitung von der Schaubude und Anjas Instagram-Bilder. Ihr werdet sehen, das ist alles kein Hexenwerk und vieles erklärt sich wirklich beim häkeln und mit der Zeit.

Zutaten
Garn: King Cotton von Gründl
Nadelstärke: 5mm

Sonntag, 13. Dezember 2015

Alles hat seine Zeit oder früher war mehr Lametta


Fürs Nähen hat der Tag auch weiterhin zu wenige Stunden, aber es fand sich ein kurzer Sonnenmoment um die schon angekündigte zweite Malotty nach dem Schnitt von Claudi zu fotografieren. 

Als ich vor fünf Jahren mit dem Nähen begann, musste sich selbstgenähtes von der Massenware in den Läden abheben und auffallen. Ja, es war schon fast verpöhnt, schlichte Shirts zu nähen, die günstig im Laden gekauft werden konnten. Die Auswahl an schönen Stoffen und Schnitten war noch gering und beschränkt. Es gab entweder Kinder- oder "Omma-Stoffe". Damenbekleidung nähen, ohne auf den Burda-Katalog zurück zu greifen, war ebenfalls etwas schwieriger. Die wenigsten besaßen "damals" eine Overlock und niemand störte sich an der 3-fachen-Zickzack-Naht am Saum. Eine krumme Naht wurde mit dem Satz "Das ist Design" lächelnd überspielt. 


Nähen ist heute in aller Munde und ein hochprofessionalisiertes Hobby. Kleidung wird ordentlich mit der Overlock gekettelt, Säume und Ziernähte gecovert und man erstellt Bügelmotive mit dem eigenen Schneidplotter.
War das allgegenwärtige Objekt der Begierde in meiner Anfangszeit die Stickmaschine, so scheinen Bestickungen heute viel zu edel und zu sehr verspielt. Zudem braucht auch die Stickmaschine Zeit. Zeit, die heute selten investiert wird. Aber es hatte schon etwas meditatives, der Stickmaschine zuzusehen wie nach und nach bunte Bilder im Stoff entstanden, Bänder und Borten zusammen zu legen und ein einzigartiges Gesamtkunstwerk entstehen zu lassen. Da fällt mir direkt mein erstes Feliz-Kleid oder die JADE-Kombi ein, die ich damals für das Lieblingsmädchen genäht habe. Was war das schön.
Man musste nicht nur können, sondern auch kreativ sein.


Für mich nähe ich heute auch ganz anders. Es muss nicht genauso aussehen wie die Kleidung von der Stange, aber es muss ja auch nicht gleich als selbstgenäht erkennbar sein. Nicht darauf angesprochen werden, ist für mich auch eine Form von Kompliment.

Ein bisschen trauere ich den Anfängen schon hinterher, mit den eingeschränkten Möglichkeiten vor Kreativität strotzende Werke erschaffen zu haben, aber ich freue mich auch über die heutigen Möglichkeiten und vor allem die große Auswahl an modischen Damenschnitten.

Alles hat seine Zeit oder eben nicht mehr.


Das 80cm lange Stück dieses wunderschönen Sweat-Stoffes habe ich zusammen mit Uschi von klasse-kleckse auf dem Markt in Doetinchem entdeckt. Leider gab es nur dieses eine kleine Stück, welches so gerade für dieses Oberteil reichte. 
Liebe mitlesende Stoffdesigner und Produzenten: Bitte, bitte mehr solcher Stoffe!

Liebe Grüße, Nadine


Zutaten
Oberteil: Malotty von Kibadoo (Gr. 36), mit Beleg genäht
Stoff: Vom Wühltisch auf dem Markt in Doetinchem

Donnerstag, 3. Dezember 2015

NIKA schlicht, gestreift und mega lässig


NIKA hat eure Herzen erobern können und noch immer halte ich die fertigen Schnittbögen ehrfürchtig in den Händen. Das war schon ein ganz besonderes Projekt und in meinem Kopf wachsen langsam die nächsten Ideen. Hätte ich doch nur Zeit um mal wieder ein Wochenende im Nähzimmer zu verbringen, das größte Chaos anrichten zu können und  glücklich mitten drin zu werkeln,... 

 Das Kleid was ich heute zeigen möchte, entstand noch in der Anpassungsphase. Mit einem geübten Blick erkennt ihr auch, was im Endschnitt anders wurde. Die Schultern waren noch zu breit, die Armkugel zu groß und das Oberteil unter den Achseln und insgesamt zu weit,...


Zum Glück konnten die meisten Kleider trotzdem getragen werden. Lediglich eins wanderte komplett unbrauchbar in die Tonne. Ein zu verschmerzender Ausschuss ;-)


Obwohl es zu den NIKA Kleidern mit dem geringsten Aufwand gehörte, ist diese Version eine meiner Lieblinge. Es passt zum frechen, großen Mädchen und sieht über der Jeans sowas von lässig aus.

Habt ihr schon NIKAs genäht?

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Schnitt: NIKA erhältlich als Papierschnitt bei Farbenmix
Stoff: Aus dem heimischen Stoffladen

Freitag, 27. November 2015

Ein Herzbube


...für den Herzbuben! 
Ohja, das ist er.



Zum Nähen komme ich leider auch weiterhin nur sporadisch. Ob das je besser wird, so lange ich mich mit Kongruenzen, Phi und Stellenwertsystemen herum schlagen muss, wage ich zu bezweifeln, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Dann zeige ich euch halt ein paar schöne Dinge, die schon etwas länger fertig sind. Darunter auch dieser schlichte Herzbube für den Räuber. Naja, "etwas länger fertig"... hust. Diesen wunderschönen grünen Sternchensweat habe ich 2014 auf dem Lillestofffestival für den Räuber gekauft und danach schön ordentlich ins Stoffregal gelegt, wo er bis zum diesjährigen Lillestofffestival noch genau so lag :O) Also habe ich mir ein Stoffkaufverbot auferlegt und in diesem Jahr vernäht, was ich im letzten Jahr dort erstanden hatte. So bekam der Räuber auch endlich seinen Herzbuben. 



Ich nähe gerne für den Räuber und natürlich entfällt mir ein kleines grinsen, wenn ich ihn von Kopf bis Fuß in von mir genähten Sachen aus dem Kindergarten kommen sehe. Er trägt die Sachen viel und gerne und es macht mich glücklich, ihn darin zu sehen.

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Hoodie Schnitt: Herzbube von FRED von SOHO
Stoff: Sweat und Bündchen von Lillestoff

Freitag, 6. November 2015

Malotty


Jetzt ist ihr Schnitt draußen und dann ist sie wieder verschwunden... Ganz so ist das dann ja doch nicht. Aber mein Tag hat auch nur 24 Stunden. Leider. Und ich werde dieses Gefühl nicht los, dass der für ein Studium mit gutem Gewissen irgendwie zu kurz ist. Whatever.

Meine Malotty ist schon ein bisschen länger fertig und hat auf jeden Fall Lieblingsteilcharakter. Kapuzenpullis sind zwar super kuschelig, zur Jahreszeit der Riesenschals und Parkas aber einfach lästig. 


Ich weiß gar nicht, warum ich Malotty nicht schon viel eher für mich genäht habe. Mit etwas verschmälertem Ausschnitt und ein bisschen verlängert, sodass ich kein Top drunter tragen muss, ist der Schnitt genau meins.

Das coole an Malotty ist, dass kein Bündchen benötigt wird. Erspart mir und dem jungen Mann vom Stoffladen eine Menge Nerven. Da bin ich  unausstehlich. Bündchen und Stoff müssen haaaar genau aufeinander abgestimmt sein. So hat jeder seine Macken...

Als Kontrast habe ich "falsch herum" gecovert. Mein Mut wurde belohnt. Nicht einen Fehlstich gab es. So macht das doch spaß!
i-Tüpfelchen ist der geplottete Traumfänger (gegen Mathe-Albträume).


Eigentlich ist dies auch schon die zweite Malotty. Und sie könnten fast nicht unterschiedlicher sein. Die zeige ich dann demnächst auch noch. 

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Oberteil: Malotty von Ki-ba-doo (Ausschnitt verschmälert und um 2cm verlängert)
Plott: Silhouette store

Donnerstag, 29. Oktober 2015

YEAAAAH - NIKA ist da!


Heute ist der Tag, der letztes Jahr - als wir mit der Arbeit an NIKA begannen - noch soooo weit entfernt lag.
Ab sofort kann NIKA im Farbenmix-Shop bestellt werden und vielleicht liegt er ja auch bald in den Regalen eures Lieblingshändlers.



Mein Herzensprojekt ist Wirklichkeit geworden.



Ein besonderer Dank geht an mein Lieblingsmädchen, die sich solche Kleider gewünscht hat. Ohne sie würde es NIKA nicht geben.

DANKE an meinen Vater, der mich ermutigte aus der bloßen Bastelei mehr zu machen.
DANKE an Farbenmix, für die tolle Zusammenarbeit mit der ihr euch dem Schnitt angenommen habt.

Und natürlich ein riiiiiesen DANKESCHÖN an die Designbeispiel-Näherinnen:

Sandra von Lila-Lotta
Dori von Vertraute Welt
Linda von bunte Knete
Melanie von Creativ4Kids
Nine von Delari
Dagmar von Zwirnguin
Mandy von Stylinchen
Sabrina von Tollkind
und Anja von Joma-Style !

...die NIKA in einem großartigen Mix unterschiedlichster Stile genäht haben und zeigen.

Ich bin gespannt was IHR aus NIKA macht und wünsche uns allen ganz viel Spaß mit NIKA!

Liebe Grüße, Nadine

Freitag, 23. Oktober 2015

NIKA - ein Schnitt mit vielen Gesichtern


Bis so ein Schnitt in mehreren Größen auf einem Bogen landet, vergeht ganz schön viel Zeit. Ist die Passform in einer Größe so wie sie sein soll, lässt man den Schnitt weiter durch gradieren und passt wieder an. Da die Farbenmix-Schnitte in Doppelgrößen daher kommen, am besten noch an einer kleineren und an der größeren Größe. So entstand dieses NIKA-Kleid und ihr werdet gleich erkennen, diese Version an einer 116er Trägerin ist noch zu kurz.

Es ist ein Ausloten, bis die Passformen beider Größen vermittelt sind und manchmal echt zum Haareraufen.


NIKA ist ein Schnitt mit vielen Gesichtern! Mögt ihr es bunt und verspielt oder lieber schlicht? Ob als festliches Kleid zu besonderen Anlässen oder bunt und sportlich für den Alltag, NIKA macht immer eine gute Figur. Bisher habe ich euch nur die Grundversion gezeigt, aber wie wäre es denn mit einer pfiffigen, aufgesetzten Knopfleiste und einer lässigen Kapuze? Auch die findet ihr auf dem Schnittbogen.

Da ich für das große Lieblingsmädchen doch eher schlichter nähe, habe ich mich hier nochmal so richtig austoben können. Ein Indianer-Outfit sollte es werden. Im weltschönsten Feder-Design von Lila-Lotta. Und wenn man sich etwas in den Kopf setzt... Nach dem Abtelefonieren aller Stoffläden im Umkreis hatte tatsächlich einer senffarbene Kordel und das Kleid bekam die geflochtenen Bänder wie ich sie haben wollte.



NIKA kommt in den gewohnten Doppelgrößen von 86/92 bis 158/164.

Was mir persönlich sehr wichtig war, ist die schmale Schnittführung bei NIKA. Gerade im Farbenmix - Sortiment gibt es so viele Schnitte, die sich gut für kräftigere Kinder nähen lassen, aber eher wenige die auf Figur geschnitten ist. NIKA muss im Oberkörperbereich sitzen. Bei der Größenwahl sollte die Brustweite daher besondere Berücksichtigung finden. "Hängt" das Kind zwischen zwei Größen, bietet sich ggf. an das Oberteil noch in der kleineren Größe zu nähen und in der Länge auf die größere Größe anzupassen.


Habt ihr schon eure erste NIKA im Kopf? Erzählt doch mal :-)

NIKA gibt es ab dem 29. Oktober im Farbenmix-Shop!

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Schnitt Kleid: Herbstkleid-NIKA von Farbenmix
Stoff: "Pluma blue" von Lillestoff, nach dem Design von Lila-Lotta
Indianer-Kopfschmuck: Filzstreifen mit Pluma-Webband zum Stoff von Farbenmix

Freitag, 16. Oktober 2015

Hallo Herbst?!


...Hey, wir müssen reden! 
Nur weil ich jetzt eine hübsche Regenjacke habe, muss es doch nicht tagelang durchregnen! Guck doch mal, wie herrlich sie in der Herbstsonne zwischen deinen bunten Blättern geleuchtet hat. War das nicht schön? Wenn du jetzt aber denkst, du verdirbst mir mit deinem Dauerregen meine letzten freien Tage vor dem Studium, dann hast du dich geschnitten. Dann zieh ich mir halt noch die Gummistiefel an und gehe Pfützenplatschen, wie früher - so!

Habt ihr das als Kind auch so geliebt?



Da der Turnbeuteltrend immer noch anhält und ich sie auch ungemein praktisch finde, musste ich zum (gekauften) Friesennerz noch einen maritimen "Gymbag" nähen. Hat man sich erstmal für Stoff und Co. entschieden ist er nach der Anleitung von "Elfenkind Berlin" auch schleunigst einsatzbereit. Diesmal habe ich ihn sogar mit Echtleder-abgesetzt. Mit meiner geliebten Bernina-Nähmaschine war das kein Problem. Einfach nur eine etwas längere Stichlänge einstellen und eine Ledernadel einsetzen.


 Ich werde mich jetzt mit einem Hörbuch ins Nähzimmer verkrümeln oder doch lieber eine Runde Pfützenplatschen gehen? Mal sehen ;-)

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Gymbag: Schnitt und Anleitung von "Elfenkind Berlin"
Stoff und Zubehör: Aus dem heimischen Stoffparadies
Beanie: Benny-Beanie von Schnittreif (in einem Stück zugeschnitten)

Dienstag, 13. Oktober 2015

Weiter gehts mit NIKA


Vielen, vielen Dank für das tolle Feedback zu NIKA! 
Wir freuen uns sehr und stellen euch NIKA mal etwas genauer vor:

NIKA ist ein  schmal geschnittes Kleid und kann aus Jersey oder dünnem Sweat genäht werden. Als perfekter Begleiter für die kühlere Jahreszeit macht NIKA zu Strumpfhose oder Leggings getragen eine ebenso gute Figur wie lässig über einer Jeans.


NIKA ist ein Schnitt mit Suchtpotential! Vielseitig und vor allem schnell genäht. NIKA kann komplett mit der Overlock genäht werden, denn aufgrund des raffinierten Futterrocks entfällt lästiges Säumen. So lassen sich an einem Abend auch mal zwei Kleider nähen, es sei denn man setzt sich solche Filzapplikationen in den Kopf ;-)




Bunt gemixt, schlicht oder verspielt? Freut euch auf einen Schnitt mit vielen Gesichtern, der die Herzen von großen und kleinen Mädchen höher schlagen lässt. 


Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Kleid: NIKA in Gr. 134/140, Version mit normalen Halsausschnitt und ohne Ärmelbündchen. Voraussichtlich ab Ende Oktober als Farbenmix-Schnitt erhältlich!
Filzapplikation: Aus waschbaren Stickfilz, gefunden auf Pinterest bei "Misusu & more"

Dienstag, 6. Oktober 2015

Das Sternchenkleid - Mein erster Schnitt


Ich muss jetzt wirklich drei mal Schlucken, denn was ich euch heute zeige, ist der erste Blick auf die Erfüllung eines großen Traumes - Ein eigener Farbenmix-Schnitt!

Vor fünf Jahren habe ich angefangen zu nähen und ich erinnere mich noch genau, mein allererster Bekleidungsschnitt war "Izzy" von Farbenmix. "Damals" erschien mir das alles unerreichbar und riesengroß. Heute kenne ich die Seelen dahinter und weiß, dass auch sie ganz normale Menschen sind, ohne die meine Nähen sicher ganz anders verlaufen wäre. 



Die Geschichte vom "Sternchenkleid"

Ende 2013 habe ich dem Lieblingsmädchen dieses Kleid genäht. Schick und doch super bequem, so war es gedacht. Klar, dass es auch ein tolles Weihnachtskleid abgab. Aber eigentlich war es noch etwas zu groß und so geriet das Kleid erstmal in Vergessenheit...

Im Herbst letzten Jahres kam dann der Zufall ins Spiel. Ich hatte Frau Nachbarin das Claudis Wickelkleid genäht und wir gingen zum Fotografieren in den Wald. Das Lieblingsmädchen wollte mit und hatte  unter der dicken Jacke DAS Sternchenkleid an. Warmes Herbstlicht, buntes Laub, ein toller Hund,... So entstanden total ungeplante, ausdrucksstarke Mutter- und Tochterbilder.

Beim Sichten der Bilder schaute mir dann mein Paps über die Schulter... "Aus dem Kleid solltest du wirklich etwas machen. Frag doch mal, ob sich Farbenmix das Sternchenkleid nicht vorstellen könnte!". Sie konnten es! Und ich konnte es kaum fassen! 

So ein richtiger Schnitt hat seine Vorlaufzeit. Über Monate hinweg wurde gradiert, genäht und anprobiert; geändert, genäht und wieder anprobiert,... bis wir irgendwann endlich zufrieden waren. Und das alles ohne sich zu verplappern...



Ich musste mir also auf die Finger hauen und euch diese Bilder fast ein ganzes Jahr vorenthalten. Aber ich hoffe ihr seid nicht böse und freut euch mit mir auf NIKA?

Bald dazu mehr ;-)

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Wickelkleid: Basic-Wickelkleid von Kibadoo
Sterchenkleid: Herbstkleid NIKA - Voraussichtlich ab Ende Oktober bei Farbenmix

Samstag, 3. Oktober 2015

Unterwegs mit Hund und jERIKA


Morgenstund hat Gold im Mund. Wenn der Nebel auf unseren Feldern langsam von den Sonnenstrahlen verdrängt wird, ja dann gibt es fast nichts schöneres als einen Sparziergang durch unsere ländliche Heimat. Für diese Unternehmungen ist Frau Nachbarin mit ihrem jERIKA-Softshellmantel nun auch bestens gerüstet.

Seit der Schnitt erschien lag sie mir damit in den Ohren. Mindestens alle zwei Wochen wurde ich wieder an ihren Softshellmantel erinnert... Einen halben Ballen Softshell hatte sie dafür gehamstert, obwohl ich ihr eindrücklich vermittelte, dass es 2m doch getan hätten. Ja, sie war Feuer und Flamme für jERIKA ;-)


Auf den Frühling folgte der Sommer und wir schritten auf den Herbst zu. Der halbe Ballen schwarzen Softshells war immer noch aufgewickelt... Aber so ganz warm war ICH mit dem Schnitt noch nicht. Die Taschen waren mein perfektionistischer Stein vor den Füßen... Die Taschen aus der Anleitung entsprachen nicht meinen Vorstellungen und Taschen in die Seitennaht einzuarbeiten ist aufwändig. Langsam plagte mich das schlechte Gewissen und wie so oft ist es gar nicht mehr so schlimm, wenn man erstmal angefangen hat. Drei Abende habe ich dann immer mal wieder an Frau Nachbarins Traummantel genäht bis "Ist der schööön! Der ist so schööön! Oh ist der schööön" in Endlosschleife vor dem Spiegel ertönte. Sie hat sich so gefreut, während ich auf der Flurbank saß und überlegte, ob ich diesen Mantel nicht hätte selbst behalten sollen... Er ist wirklich "schööööön" *lach*


Auf Instagram habe ich die Taschen schon während des Nähens gezeigt. Dort findet ihr seit kurzem übrigens das öffentliche Profil "fussellinesblog", wo ihr mir gerne folgen dürft. Die letzten vier geteilten Momente erscheinen zusätzlich in der rechten Sidebar des Blogs.

Ich habe die Taschen letztlich wie bei den Farbenmix-Schnitten Quinn und Philippa gearbeitet. Die Taschen enden dann an der Reißverschlusskante, sind dort fixiert und schlackern nicht wild herum. Zudem sehen diese Taschen überall ordentlich verarbeitet aus. Bei Jacken und Mänteln die man schon mal mit offenem Reißverschluss trägt, finde ich das immer besonders wichtig. Die Schulternähte habe ich mit Reflexpaspeln versehen und die Säume sind mit elastischem Einfassband genäht. Als kleinen Hingucker gab es einen Reißverschluss-Anhänger aus glitzernden Farbenmix-Webband. 

Frau Nachbarin ist glücklich und ich ein bisschen traurig, dass es nicht mein Mantel ist. Aber ich kann ja nähen... Meinen schaffe ich dann vielleicht zum Frühjahr oder wohl doch erst zum nächsten Herbst... oh weia *grins*

Liebe Grüße und ein sonniges Herbstwochenende,
Nadine

Zutaten
Schnitt: jERIKA von Prülla (Gr. 38)
Taschenvariation: Auf Grundlage von Farbenmix Quinn und Philippa
Softshell und Saumgumm: aus dem heimischen Stoffhimmel
Reflexpaspel: Baender24.de

Mittwoch, 23. September 2015

Gute Träume sind nähbar

Habt ihr gut geschlafen? Ich kam mal wieder kaum aus dem Bett... Ist das doch so kuschelig mit dem Frotté-Bezug vom Kopfkissen und dem selbstgenähten Schlafi.


Habt ihr auch diesen einen Lieblingsschlafi? Der, bei dem Alpträume keine Chance haben und in dem man immer am allerbesten schläft? Genau so einen habe ich auch. Total zerliebt und gezeichnet von vielen Runden in der Waschmaschine... Und während so manches bunt genähte Kleidungsstück aus dem Schrank flog, darf es bei den Schlafis ruhig verspielt sein. Für ein bisschen Papierkram erledigen hat mir der beste Papi dann doch tatsächlich den Schnitt von meinem Lieblingsschlafi abgenommen. Kriechend auf dem Boden *hihi* Mit einem Draht hat er exakt die Ärmelrundung abgenommen, hat er mir berichtet ;-) Ich weiß gar nicht warum mir der Stoff immer zu schade war, um Schlafis daraus zu nähen. Ein zweiter ist auch schon fertig.

Ich schlafe schon seit Jahren total gerne mit einem Handtuch auf dem Kopfkissen. Das ist ja so gemütlich! Leider sah das für Besuch dann immer so aus als würde man im Schlaf sabbern *lach* Eine Bekannte berichtete dann von der gleichen Vorliebe ihrer Tochter und nähte ihr einen Kissenbezug aus Frotté. Super Klasse! Warum bin ich da nicht schon eher drauf gekommen?! Ist kuschelig, sieht hübsch aus und muss jetzt immer morgens in die Waschmaschine, damit er Abends wieder einsatzbereit ist. 


Da mein Bett direkt vor der Fensterbank steht, habe ich schon vor längerer Zeit eine große Rolle genäht. Diese liegt an der Bettkante und polstert die harte Kante hübsch ab.
Was auch auf gar keinen Fall fehlen darf, ist natürlich ein Leseknochen. Es hat zwar lange gedauert, aber nachdem fast alle anderen versorgt sind, habe ich nun auch einen. Im passenden Design zum Rest versteht sich. 

Ich kuschele mich jetzt noch viel lieber in mein Bett.
Gute Träume sind tatsächlich nähbar. 

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Leseknochen: herzbotschaft
Schlafi: Schnitt vom Lieblingsschlafi abgenommen
Kopfkissen und Rolle: schnitte nach Maß selbst erstellt 
Stoffe: aus dem heimischen Stoffladen

Freitag, 24. Juli 2015

Was war... - Ein paar Worte über mein freiwilliges soziales Jahr


Ereignisreiche Wochen liegen hinter mir... Abschied von meinen lieb gewonnenen Grundschülern und Kollegen, wunderschöne Sommerabende im Freibad und am Badesee wollten in vollen Zügen genossen werden und nun bin ich schon zwei Wochen in Irland. - Hä, was? Werden einige jetzt denken... ja manchmal muss man alle Pläne über Board werfen und die Chancen nutzen, die das Leben bereit hält. Davon erzähle ich dann das nächste mal!

Als ich letztes Jahr mein Abiturzeugnis in den Händen hielt, war für mich klar, dass ich nicht direkt studieren wollte. Ich fühlte mich noch nicht bereit meine Zukunft in die Hand zu nehmen und war noch zu sehr geprägt von einem fremdbestimmten Leben als Tochter und Schülerin. Ich wollte schon immer Lehrerin werden und so entschied ich mich ganz bewusst für ein freiwilliges soziales Jahr an einer Grundschule. Heute sehe ich stolz und wehmütig zugleich auf diese Zeit zurück und bin sicher, dass es die beste Entscheidung war die ich hätte treffen können.


Es war ein Jahr voller Aufgaben die zu lösen waren und an denen ich wachsen konnte, ein Jahr in dem mir so viel Vertrauen entgegen gebracht wurde und mir viele Erfahrungen bescherte, ein Jahr voller Ereignisse die ich stets mitgestalten durfte, ein Jahr in dem ich so oft lachen durfte und ein Jahr mit großer Offenherzigkeit die mich immer ein Stück weit mit „meiner Schule“ verbinden wird.

10 Monate lang, habe ich „meine Kinder" im Unterricht und vor allem im offenen Ganztag begleiten dürfen. Habe miterlebt wie aus den fast noch Kindergartenkindern wortgewandte, lesende und rechnende Schulkinder wurden und wie die „Vierer“ der Grundschule langsam entwuchsen. Manche Kinder kannte ich schon von meinem Praktikum am Ende der zwölften Klasse und es war toll sie nun nochmal über einen so langen Zeitraum begleiten zu können. Ich konnte mich ausprobieren. Testen, wie es ist vor einer Klasse zu stehen und selber mal das ein oder andere vorbereiten. Meine Ideen staßen immer auf offene Ohren und ich kam jeden Tag gerne an meine Schule.


Ich denke grinsend zurück an unsere Stuhlkreise, die kuriosen Plaudereien der Kinder und harten Platzkämpfe beim „Zeitungsschlagen“, bei „Welle los“ und bei „der Wind weht“.  Oder an unsere Safari („Was müssen das für Bäume sein...“) die ich anfangs so schrecklich albern fand...
Ich denke fluchend an Ohrwürmer wie "10 kleine Fische,  die schwammen im Meer - blub blub blub blub..." mit denen ich tagelang pfeifend durch  die Gegend rannte...  
Ich denke gerne zurück an unsere „Brennball-Freitage“ in der Turnhalle mit spannenden und z.T überraschenden Spielausgängen. Ein Spiel das einmal aufgebaut eine Stunde lang Spaß für unsere Erst- und Zweitklässler bedeutete. Ich hatte es eingeführt und es hatte sich durch die Wünsche der Kinder zu unserem absoluten OGGS-Turnhallenspiel entwickelt.
Ich denke lachend zurück an Sprüche wie „Frau Schulz spielt nicht mit, die ist noch müde!“ (Morgens, 7:35Uhr in der Randstunde...) und staunend gestellte Fragen wie „Darfst du schon Auto fahren?!“ worauf dann immer folgte, welches Auto ich denn hätte...  oder die Schätzungen meines Alters die zwischen 18 und 45 Jahren stark variierten. Da war die Fragen nach eigenen Kindern ja gar nicht so abwegig...
Ich denke daran zurück, wie ich aus noch erheblicher Entfernung lautstark an den Turnhallenfenstern trommelnd begrüßt wurde oder mir quer über die Straße "Hallo Frau Schulz!" entgegen schallte, ganz egal ob das jetzt auf dem Weg zur Schule war, oder in der Stadt, auf der Kirmis, dem Weihnachtsmarkt,... 
Ich denke staunend zurück wie manche Kinder in einem Schuljahr unsere Sprache gelernt haben, wie wir anfangs mit Händen und Füßen erstmal Begriffe klärten wie „Ich“ und „Du“ und sie nun auch mal eben zwischen ihrer Muttersprache und der deutschen Sprache übersetzen können.
Ich denke immer wieder stolz auf meine kleinen Großen an mein Projekt zurück und schaue mir unsere Aufführung vom Becherrap an. Leider kann ich es hier nicht zeigen. Was sie da in so kurzer Zeit und jahrgangsübergreifend geleistet haben war einfach unglaublich.

Diese Zeit wird mir immer als eine große Schatztruhe voller Erinnerungen im Herzen bleiben.

Liebe Grüße oder wie man hier in Irland sagt "kind regards",
Nadine