Dienstag, 24. Januar 2017

Einstellungssache

Der erste Monat des neuen Jahres neigt sich schon dem Ende zu und ich schreibe meinen ersten Blogpost des Jahres 2017, mit dem ersten Nähwerk und den ersten Fotos aus 2017. 

Eigentlich müsste ich noch ein paar Werke aus 2016 nachholen und auch hier die Projekte vorstellen, an denen ich aktuell arbeite, aber die Bilder von meinem letzten Wunscherfüller-Projekt passen gerade so gut zu meinen Gedanken, dass ich sie hier nicht länger vorenthalten möchte. 


Irgendwie ist doch jedes Jahr eine Chance nochmal neu anzufangen, oder?
Es muss ja nicht gleich das umwerfen der kompletten Lebensperspektive sein, oft reicht schon die Einstellung mit der wir an eine Sache heran gehen.

Mein letztes Jahr war mit einigen weniger schönen Ereignissen durchzogen und viel zu schnell habe ich mich bei dem Gedanken erwischt, dass 2016 NUR schlecht war. Aber das war es natürlich nicht! Trotzdem sind es die einschneidenden Erlebnisse, die mit ihren Narben viel schneller vor unseren Augen sind, als die kleinen Momente des Glücks. 
Es liegt also an uns, die Glücksmomente festzuhalten, sie für schlechte Zeiten zu konservieren und dann darin schwelgen zu können.

Puh, das klingt schon wieder so esoterisch... Aber denken wir doch mal praktischer: Wie man sich Dinge schön reden kann, so kann man sie sich natürlich auch schlecht reden. Das ist das selbe Prinzip. Natürlich will ich jetzt nicht appellieren, sich alles schön zu reden (Quervermerk: Alternative Fakten ;-)), aber eben zu versuchen die Dinge so zu akzeptieren wie sie sind und das Beste daraus zu machen, anstatt sich an jeder Kleinigkeit mit negativer Stimmung aufzustacheln. Das macht unglücklich und ist auf Dauer nachweislich ungesund.

Ich habe mir für 2017 vorgenommen genau DAS zu tun. Egal was ist und was da so kommt:

"Think positiv!"

Nun aber zu meinem letzten Wunscherfüller-Projekt: 


Eve ist die kleine Schwester einer lieben Kommilitonin und hat, wie es sich für Geschwisterkinder gehört, ihren ganz eigenen wunderbaren Kopf. Sie ist nicht das typische Mädchen in einer vierten Klasse, sondern ein Wildfang, der zu sich selbst steht. Warum ich das so schreibe? Nun ja, auch ich habe erstmal etwas schief geguckt, als mir berichtet wurde, dass es Zuhause ein großes Drama gab, weil Eve´s geliebter Elfenpulli nicht mehr passte. Nicht unbedingt das, was ich jetzt so einem großen Mädchen zugeschrieben hätte.

Aber Eve liebt es gemütlich, schwingend und kuschelig. Sie ist absolut nicht der Ansicht, dass Zipfelpullis mit Zipfelkapuzen nur etwas für kleine Mädchen sind. 



Eve´s Eigensinnigkeit gefiel mir mit jeder Erzählung besser und so bot ich an, ihr einen neuen, wieder passenden Elfenpulli zu nähen. 

Heimlich suchte ich mit ihrer großen Schwester den wunderschönen doubleface-Sweat mit glitzernden Sternen aus und überlegte, mit welchem Schnitt ich zu einem Elfenpulli kommen würde. Aufgrund der Größe und der bewährten Mialuna-Passform entschied ich mich für den Schnitt Indira. Weil dieser aber nicht unbedingt für Sweat ausgelegt ist, wählte ich eine Größe größer und wollte ggf. kürzen. Für die Kapuze nahm ich mir den Schnitt Bea von Farbenmix zur Hand.

Da der Sternensweat auf der anderen Seite ein tolles Streifenmuster hat, dass nicht versteckt werden muss, schlug ich die Säume nach außen um, sodass sie dem Pulli ganz besondere Abschlüsse verleihen.


Tja, was soll ich sagen? Bei Eve´s Freude ging mir das Herz auf... Sie liebt ihren neuen Elfenpulli abgöttisch und er wird in Dauerschleife getragen. Kürzen durfte ich ihn übrigens nicht, so will sie ihn noch lange tragen können.

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Schnitt: Indira von mialuna mit abgewandelter Kapuze nach Bea von Farbenmix
Stoff: Lisas Stoffe Rheda

Montag, 12. Dezember 2016

Pastellfarbener Kleinkram


Ich danke euch für die liebe Resonanz auf meinen letzten Post! Sich selbst treu zu bleiben, daran muss man sich einfach immer wieder erinnern.

Ich nähe definitiv weniger als noch zu meiner Schulzeit oder auch während meines freiwilligen sozialen Jahres, aber ich will hier auch nicht mit jeder Kleinigkeit langweilen und die entstehen ja doch überwiegend, weil's schnell gehen muss, weil ein Geschenk gebraucht wird oder eben nicht die Zeit für große Projekte da ist. Aber wenn der Kleinkram schon mal hübsch abgelichtet und die Fotos Blogfertig bearbeitet auf dem Laptop schlummern, dann kann zeig ich euch hier heute doch mal Kleinkram.


Pastelltöne sind ja gerade voll "Inn" und stehen kleinen Mädchen einfach besonders gut. An dem wunderschönen pastellblauen Jersey mit dem warten Millefleur-Muster konnte ich einfach nicht vorbei gehen und so entstand daraus ein niedliches Shirt für meine kleine Feldmaus. Und wo ich schon mal dabei war, bekam sie noch drei Beanie-Mützen, die farblich zu den vorhandenen Schlauchschals passen. So hat sie zu jedem Outfit eine passende Mütze.


Bei der Größenwahl einer Beanie-Mütze ohne Bündchen gehe ich übrigens nie nach den angegebenen Größen! Da stand der Mützenrand bei mir jedes mal von der Stirn ab und die Mütze saß zu locker. Stattdessen vergleiche ich den Kopfumfang mit dem Saummaß des Schnittmusters und nehme die minimal kleinere Größe. Weil der von mir für Beanies verwendete Jersey immer Elasthan enthält und somit dehnbar ist, liegt die fertige Mütze nachher schön am Kopf an.

Liebe Grüße, Nadine


Zutaten
Beanie-Mützen: Bennie-Beanie von Fritzi 
Shirt: Shirt aus der Zwergenverpackung 1 von Farbenmix
Stoffe: aus dem heimischen Stoffladen

Montag, 5. Dezember 2016

Von Zeitmanagement, Prokrastrination, dem Bloggen und meinem neuen Basic-Strickmantel


Zeitmanagement ist nicht wirklich meine Stärke. Das erklärt auch, warum es hier immer mal wieder etwas stiller ist. 

Ich setze meine Prioritäten gerne spontan und aus dem Bauch heraus. Das funktioniert zu Semesterstart noch ganz gut, wird aber mit fortlaufendem Workload eine stressige Angelegenheit. Die guten Tipps und Vorsätze aus dem Zeitmanagement-Workshop, an dem ich freiwillig teilgenommen habe, haben genau zwei Tage gehalten...


 "Prokrastrination" ist sozusagen das schlaue Wort für "Aufschieberei". Und das kann ich. In Perfektion. Weil ich lieber die Sonne genieße, wenn sie schon mal da ist, weil ich lieber die AG für meine Grundschuler vorbereite, die ich noch anbiete, als eine Hausarbeit über Martin Luther zu schreiben, weil man im Advent nunmal Plätzchen backen muss und es jetzt die beste Zeit ist um die Skipisten für sich zu haben,...

Es ist wahrlich nicht einfach alles neben dem Studium unter einen Hut zu bringen. Ich mache einfach zu viele Dinge gerne und alles ist mir auf seine Art wichtig. Mein Blog ist da eben nur ein kleiner Teil von einem großen Ganzen und auch wenn ich indirekt immer ein ganz schlechtes Gewissen habe, wenn es hier so lange still ist, ist er das, was eben ganz hinten ansteht. 




Auf den Rat einer anderen Bloggerin habe ich kurzzeitig GoogleAnalytics ausprobiert und mich dabei furchtbar schlecht gefühlt... Warum soll ich mir auch noch Gedanken machen müssen, was ich wann und wie Poste um damit den größtmöglichen Profit (ich denke dabei an Leserzahlen, Klicks, Kommentare und likes und nicht nur evtl. geldlichen Profit) zu erzielen? 

Ich will doch in aller erster Linie Grundschullehrerin werden - Das muss ich mir einfach immer wieder bewusst machen, wenn ich durch Instagram, Facebook und die Blogs streife und das Gefühl bekomme "nicht gut genug" zu sein. Es ist ok, wenn andere eine Kooperation nach der anderen eingehen, es täglich an die Nähmaschine schaffen und fast in Echtzeit tolle Bilder präsentieren und dabei noch hier und dorthin reisen, dies und jenes erleben und vielleicht sogar noch vom Bloggen leben können. Mein Ziel ist es, vor einer quirligen Schulklasse zu stehen, mit ihnen die Welt verstehen zu lernen und glücklich zu sein. Ich will von meinem Blog nicht leben, nicht "reich und berühmt" werden... Dann sollte ich doch nicht mal mir selbst Rechenschaft schulden.

Alles nicht so einfach.


Nun aber endlich zu dem, was ihr zwischen den Zeilen schon sehen konntet. Ich habe es endlich geschafft, den Basic-Strickmantel von Ki-ba-doo aus der Feder von unserer Frau Liebstes zu nähen. Der Schnitt löste schon bei der Vorstellung in ihrem Blog ein absolutes "Haben-wollen-Gefühl" bei mir aus, aber ich bin einfach kein Fan von Ebook-Kleberei... Auf dem letzten Stoffmarkt hier im Ort, fand ich dann den Papierschnitt davon, kaufte direkt Stoff und nähte ihn in einem kleinen Zeitfenster schnell zusammen. Er ist nämlich wirklich - wie es sich für einen Basic-Schnitt gehört - fix genäht. Mit seinen überlangen Ärmeln und den eingearbeitet Taschen in denen die Hände verschwinden können und evtl. noch einem zusätzlichen Monsterschal lässt sich damit auch ein langer Unitag erträglich machen.

Darunter trage ich ein Lady Pepe Shirt genäht nach Mialuna ohne Schulter-Einsätze aus meinem Amsterdamer Stoff-Souvenier. Den fand ich während meines Kurztrips in einem der seitlich angesiedelten Stoffläden auf dem Albert Cuyp-Markt. Dieser Ort ist ein kleines Paradies für alle, die während ihres Amsterdam-Besuchs auch Stoff shoppen wollen. An welchem anderen Ort findet man so viele Möglichkeiten für den Stoffeinkauf an einer einzigen Straße?


Ich liebe meinen Strickmantel total, denn die große Kapuze kann man sich notfalls auch mal wie eine Bettdecke über den Kopf ziehen, wenn man zu viel prokrastriniert hat und man alle Verpflichtungen wie eine große Welle auf sich zurollen sieht ;-)

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Mantel Schnitt: Basic-Strickmantel von Ki-ba-doo, Gr. 34
Mantel Stoff: aus dem heimischen Stoffladen, leider habe ich keine Bezeichnung der Stoffart parat
Shirt Schnitt: Lady Pepe von mialuna, Gr. 34
Shirt Stoff: Mitgebracht aus dem Holland-Urlaub

Mittwoch, 16. November 2016

Wikinger-Power!


Man, man, man... was ist das für ein Wetter, äh Licht da draußen... Da weint doch das Herz eines jeden, der mit der Fotografie zu tun hat. Denn ich würde hier viel lieber endlich meinen neuen kuscheligen Strickmantel zeigen, mit dem ich mich gerade auf dem Sofa eingekuschelt habe, während draußen feiner Nieselregen vom Wind gepeischt gegen die Scheiben schlägt. 

Stattdessen gibts also mal wieder eine Kinder-Kombi von der Festplatte. Die entstehen hier immer irgendwie schwunghaft. Habe ich der einen etwas genäht, bekommt der andere auch etwas und beim Schnitte wühlen fallen mir die nächsten "musst du mal wieder nähen" in die Hände.



Die Wikinger-Kombi habe ich für eine liebe Bekannte genäht, die ich vor Jahren über Farbenmix kennen gelernt habe. "Meine Großfamilie", sage ich gerne, denn ein Besuch bei Sandra, ist für mich immer irgendwie wie nach Hause kommen. Leider sitzt Sandra inzwischen viel zu selten an ihren Nähmaschinen, denn wenn sie die dann doch mal hervor holt, dann schlackert man wirklich mit den Ohren. Sandra ist die Frau für Großprojekte ;-)

Für Sandras Jüngsten hatte ich schon vor längerem eine Leinen-Knickerbocker versprochen. Den Schnitt hatte ich mir ursprünglich für meinen Mittwochs-Boy gebastelt, gefiel Sandra aber auch so sehr. Einzelteile kann ich nur leider wirklich schlecht, daher sprang noch ein Neo-Pulli bei rum. Der Schnitt ist schon ein wenig älter und auch nicht mal eben genäht, ich mag ihn aber immer noch sehr, denn mit den Patches und Einsätzen bekommt das Shirt so richtig pepp und wird zu etwas ganz besonderem im Kleiderschrank.



Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Pulli: Neo von Ki-ba-doo
Stoff: Wikinger von Lillestoff
Hose: Eigener Schnitt
Stoff: Lisas Stoffe Rheda

Freitag, 11. November 2016

Design Gipfel Bielefeld

Zwischen den Zeichnungen und allen anderen Artikeln kleinerer Labels am Stand von ALVAs HAUS konnte man sich kaum entscheiden.
"Bielefeld? Das gibt es doch gar nicht!", wenn ich einen Satz als Studentin dieser Stadt nicht mehr hören kann, dann ist es dieser. Wenn es Bielefeld nicht geben würde, sähe die Weihnachtsbäckerei in der Welt sicher anders aus. Schließlich ist Bielefeld Hauptsitz von Dr. Oetker und wird deshalb auch liebevoll "Puddingtown" genannt.

Bielefeld ist Ostwestfalens Großstadt und kann in Punkto Lebensqualität mit manch größerer Stadt mithalten, so vielfältig sind die Umgebung, die Freizeitmöglichkeiten und das kulturelle Angebot.  

Ein Magnet für alle Designliebhaber war am vergangenen Wochenende der Design Gipfel, der für mich schon lange vorher als Pflichttermin im Kalender stand.

Pfefferstreuer von KITSCHCANMAKEYOURICH
Holz-Bilder von Anja Hudepohl
Ich durfte den Designgipfel diesmal als Bloggerin besuchen und für alle die nicht mit dabei waren, ein bisschen Mäuschen spielen. 

Was ich am Designgipfel so mag ist seine riesige Bandbreite besonderer Aussteller. Mit einigen bin ich ins Gespräch gekommen und möchte euch etwas mehr über sie erzählen.


Montag, 31. Oktober 2016

Einigkeit, Recht und Flamingos


 Ich habe das große Glück (oder Unglück, wie man es nimmt), jedes mal auf dem Weg zur Uni an unserem Stoffladen vorbei zu kommen. Genauer gesagt befindet er sich direkt gegenüber vom Bahnhof. Tja und da die Bahn nicht gerade für ihre Pünktlichkeit bekannt ist... Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie ich längere Wartezeiten überbrücke - Genau, mit Stöbern im Stoffladen ;-)

Bei so einem unplanmäßigen Stoffladen-Besuch entdeckte ich auch den coolen Flamingo-Sweat. Cool fanden ihn jedenfalls das Lieblingsmädchen und ich. Frau Nachbarin war da schon skeptischer, ob Madame ihn nachher wirklich toll finden würde.


Der Stoff wurde gekauft, auf dem Lillestofffestival zig mal bewundert und in enger Rücksprache mit meinem großen Lieblingsmädchen nach ihren Wünschen genäht. Taschen und Kordeln wie meine Hoodies sollte er haben. Da kamen die bunten Ösen von Snaply gerade richtig! Ist das passende Werkzeug vorhanden, lassen sie sich super einfach anbringen und peppen jedes Teil nochmal zusätzlich auf.

Die Kordel ist aus Sicherheitsgründen nicht durchgängig, sondern einmal durchgeschnitten und mit einem groben Zickzack-Stich wieder miteinander verbunden worden. So sollte sie im Fall der Fälle nachgeben.



Der Pulli basiert auf dem "all time favourit"-Schnitt der Nachbarskinder, dem Herzbuben von Fred vonSoho. Allerdings wird in den größeren Größen deutlich, dass der Schnitt eben eher für "Buben" gedacht ist. Hätte ich die Kaufgröße vom Lieblingsmädchen gewählt, wäre er ihr viel zu weit geworden - Merke: Maßtabellen sind wichtig!

Ich habe ihre Maßen verglichen, zwei Größen kleiner gewählt und die Längen entsprechend angepasst.


Was soll ich sagen... Frau Nachbarin mag den Flamingo-Pulli ihrer Tochter immer noch nicht, die ihn aber umso mehr - Ha!

Liebe Grüße, Nadine

Schnitt Hoodie: Herzbube von Fred vonSoho (Anpassungen siehe Text)
Stoffe: gekauft bei Lisas Stoffe in Rheda
Lederdetails: SnapPap von Snaply
Ösen: wurden mir von Snaply zur Verfügung gestellt