Mittwoch, 27. Juli 2016

Kaninchen-Impfpasshülle Deluxe


Schon fast mein ganzes Leben lang haben wir Kaninchen. Immer um ihr Wohlbefinden bemüht, haben wir ihnen hier ein kleines Paradis geschaffen. 
Jeder, der uns kennt, weiß wovon ich schreibe ;-) Leider werden auch die glücklichsten Langohren mal krank und dann ist guter Rat teuer (im wahrsten Sinne des Wortes). 

Wir haben während des Semesters 8 Wochen um das Leben unserer Angora-Dame Tres gekämpft. Mit der großartigen Hilfe unserer Nachbarin haben wir es geschafft, dieses kämpfende Tier über drei Wochen lang fünf mal am Tag mit der Spritze zu päppeln, damit ich zur Uni fahren konnte. Wir haben Infusionen gelegt, Schmerzmittel gespritzt, das beste Heu und die leckersten Kräuter ran geschafft, Päppelbrei-Experimente angestellt. Unsere Küche sah letztlich so aus, wie Tier-Apotheke und Hexenküche in einem. Trotz aller Bemühungen mussten wir sie letztlich gehen lassen. Sie war einfach zu lange zu krank.


Eine regelmäßige Gewichtskontrolle, die Überwachung der Medikamentengabe und das Festhalten aller Auffälligkeiten und Diagnosen waren bei Tres lebenswichtig. Jeder Tierarzt musste wissen, wann sie welches Medikament in welcher Dosierung bekommen hatte und das, was er feststellte, musste wieder festgehalten werden. Meist tippte ich mir das schnell ins Handy, was aber nach kurzer Zeit unübersichtlich wurde. 

Mit einer genähten Kladde habe ich nun für die Zukunft Abhilfe geschaffen. Neben einem Ringbuch samt Stift, finden darin auch vier Impfpässe Platz. Ein praktisches Sichtfach für den nächsten Impftermin oder die Visitenkarte vom Tierarzt durfte auch nicht fehlen. So ist immer alles beisammen und griffbereit. 


Die Kladde habe ich ordentlich mit Decovil und Vlieseline Bügeleinlage verstärkt, sodass sie richtig schön hart geworden ist. Ja, ich stehe auf Bügeln ;-) Den Schnitt habe ich mir anhand der Maße der Sachen, die rein sollten, selber gebastelt. Eine Anleitung für das Annähen von Schrägband, besonders um die Ecken, findet ihr z.B. bei Farbenmix.

Obwohl ich so stolz auf die Kladde bin (darf man doch auch mal sagen oder?), hoffe ich, dass wir jetzt nicht so schnell von ihrem Nutzen profitieren müssen.

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Schnitt: selber gebastelt
Stoffe: aus dem heimischen Stoffladen
Plotter-Datei: Silhouette Store
Farbiges Gummi: Farbenmix-Shop
Weltwunderschönstes Notizbuch: Gab es vor Jahren bei schoppidu.com

Donnerstag, 21. Juli 2016

Verschenke, was du selber gerne hättest


Beim Thema Essen bin ich ganz schön schwierig. Dabei kann man mich eigentlich ganz schnell glücklich machen - Kartoffelbrei, Eierpfannkuchen oder Spaghetti Bolognese gehen einfach immer! Leider schränkt das auch mein Frühstück ein und so ist der Blick in die Brotdose meist so ziemlich *gähn*. Seit einiger Zeit versuche ich mir morgens aber ein schönes Lunchpaket zu packen: Etwas Obst, etwas Gemüse, vielleicht mal ein Joghurt oder Quark neben der Stulle Brot schön angerichtet, da freue selbst ich mich über mein Frühstück. Noch schöner wäre mein Frühstück allerdings, wenn ich es nicht nur in einem Haufen Plastikdosen, sondern in einer hübschen Lunchbag mitnehmen könnte, dachte ich schon so manches mal.


Als das Wochenende mit meinen Nähmädels Laura, Maira und Elli näher rückte, wollte ich ihnen unbedingt auch ein Gastgeschenk mit auf den Heimweg geben können und dachte gleichzeitig darüber nach, wie ich die Mädels für ihre zum Teil echt lange Fahrtzeit versorgt bekomme. Da kamen mir wieder die Lunchbags in den Sinn und ich legte kurz vor der Ankunft der Mädels noch eine Extraschicht an der Nähmaschine ein, um sie damit überraschen zu können.

Und so haben die drei Mädels jetzt die weltwunderschönsten Lunchbags...


...und ich schleppe immer noch Plastikdosen.

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Lunchbag: Schnitt (kleine Version!) und Tutorial von Pattydoo
Apfelstoff: Sweet Apple von Jolijou
Beschichtete Baumwolle und sonstiges Zubehör: aus dem heimischen Stoffladen

Dienstag, 12. Juli 2016

Ein oder drei Strick-Pullis


Nun ist unser Nähmädels-Wochenende schon eine Woche her und ich schwelge noch immer in den Erinnerungen. Zusammen nähen und fotografieren macht so viel Spaß. 

Neben unseren KimonoTees sind auch noch super coole Strick-Pullis nach dem Schnitt Lady Pullee von Nipsnaps für Maira, Laura und mich entstanden. Obwohl das Ebook in sich etwas unstringent ist, wird der Schnitt selbst wohl mein Schnitt des Jahres 2016. Ich mag den legeren, sportlichen und doch total schicken Sitz durch die Brustabnäher und die unterschiedliche Länge von Vorder- und Rückenteil sehr.

Den Stoff haben wir zufällig beim gemeinsamen Stoffladenbesuch entdeckt und er wurde noch am selben Abend vernäht.



VERnäht hatte ich mich dann tatsächlich... Meine Cover benahm sich unter den kritischen Blicken der Mädels so vorbildlich, dass ich gleich mal in Erwägung zog mit ihr zu experimentieren. Tunnelzug um die Ecke und Steg in der Mitte um die schon eingeschlagenen Ösen herum - Pah, das klappte wie am Schnürchen und es wäre so genial geworden, hätte ich da nicht einen miesen Denkfehler gehabt. Laura und Maira hatten ihre Ösen in den oberen Bereich der Kapuze eingeschlagen um einen normalen Tunnelzug zu arbeiten und ich hatte betriebsblind gleich mitgemacht. Aber ich wollte doch wieder meine Raffkapuze wie beim Schwalben-Hoodie und dafür hätte ich die Ösen in den unteren Bereich der Kapuze schlagen müssen... Nichts zu machen, die Ösen saßen drin. Zu allem Übel reichte dann noch nicht mal der Reststoff von drei Strickpullis um eine neue Kapuze zuzuschneiden... - Eine Zerreißprobe für meinen Perfektionismus.

Inzwischen habe ich mich mit dem Malheur abgefunden und die Kapuze bleibt wie sie ist. Der Stoff fällt so weich, dass sich die Kapuze auch so toll um den Hals schmiegt.


Mit ein paar kleinen Details aus SnapPap ist er ein schlichtes und doch besonderes Basicteil, dem man das Selbstgenähte nicht direkt ansieht. Genau so mag ich es. Ein Lieblingsteil mit besonderer Erinnerung... Pulli-Schwestern!


Danke an Elli, die das tolle Bild von uns gemacht hat!

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Schnitt: Lady Pullee von NipNaps (alle Gr. XS)
Stoff: aus dem heimischen Stoffladen
Leder: SnapPap von Snaply

Mittwoch, 6. Juli 2016

Miteinander (#lächelnvonhinten)


Lange Zeit fühlte ich mich allein unter den ganzen Mami-Nähblogs. Obwohl Alters- und Generationenunterschiede bei einer gemeinsamen Leidenschaft eine untergeordnete Rolle spielen, ich natürlich trotzdem die Mami-Nähblogs lese und auch einige von ihren Verfassern persönlich kennenlernen durfte, bin ich froh, inzwischen eine handvoll junger Blogger in der Nähszene gefunden zu haben.

Nachdem ich erfuhr, dass einige dieser Bloggerkolleginnen in diesem Jahr nicht am Lillestofffestival teilnehmen, schlug ich vor, unser eigenes Treffen zu machen. Nach wochenlanger Vorfreude durfte ich Freitag Abend Maira (selbstgenähtesvonmairao), Elli (Lockenkind) und Laura (Schwesterherz) vom Bahnhof abholen. Bis zu 6 Stunden Fahrt hatten die Mädels auf sich genommen um nach Ostwestfalen zu kommen. Schade, dass Fredi (Seemannsgarn) und Anna (Funkensprüherin) wegen Klausurphase und Terminüberschneidung leider nicht kommen konnten, aber Mädels, wir machen das nochmal!


Am Samstag setzte mein Zeitgefühl vollständig aus. Wir hatten so unglaublich viel Spaß. Nachdem wir am ersten Abend natürlich *früh* ins Bett gingen, zu viel hatten wir uns zu erzählen, stand am Samstag Morgen erstmal ein Pflichtbesuch im Stoffladen auf dem Programm. Dort entstand auch unser Hashtag #lächelnvonhinten, als ich die Mädels von hinten beim Stoffabschnitt fotografierte und Elli dabei ihr breitestes lächeln aufsetzte. Ist ja voll wichtig zu lächeln, wenn man fotografiert wird ;-) Wer bei instagram unterwegs ist, findet unter dem Hashtag noch einige Momentaufnahmen des Wochenendes.

Anschließend stellten wir mein Nähzimmer auf den Kopf. Mika von DU LIEBST ES hatte jedem von uns Stoff für ein Kimono Tee zur Verfügung gestellt. DANKE! Das wollte genäht werden! Von einer lieben Bekannten konnte ich eine zweite Näh- und eine zweite Overlock-Maschine ausleihen, sodass die Mädels bei allem Umgesteige nicht auch noch ihre Maschinen mitschleppen mussten. Das ging auch total gut. Durch Zuschnitt und Gestecke, konnten wir uns gut abwechseln. Es ist erstaunlich, wie viel man schafft, wenn man nicht schaffen muss! Am Ende des Tages hatte jeder von uns ganz entspannt mindestens zwei Teile genäht. Der Tag kam mir so ewig vor - aber eben dieses schöne Ewig, bei dem man sich jedem Moment bewusst ist und ihn inhaliert. 

Pünktlich um 21 Uhr saßen dann vier Nationaltrainerinnen in ihren neuen Oberteilen vor dem Fernseher, die beim Elfmeterkrimi der Nationalmannschaft mitfieberten. Ich möchte schwören, das ganze Dorf hat uns gehört. Ich habe seit dem Abpfiff übrigens keine Stimme mehr. 



So unendlich mir der Samstag vorkam, so schneller verging die Zeit am Sonntag. Nach einem späten Frühstück (wir waren aus Gründen ja wieder *früh* im Bett), schafften wir es eigentlich nur noch unsere Werke zu fotografieren und ein paar letzte Nähte zu schließen. 

Hatten wir uns bisher nur zum Teil und flüchtig auf dem Lillestofffestival 2015 getroffen, waren wir sofort auf einer Wellenlänge. Es ist so ein unglaublich toll, wenn Worte wie "Saumbeleg, Nahtzugabe und covern" mit einer Selbstverständlichkeit die Lippen wechseln, wofür man vom normalen Freundeskreis sonst nur schief angeschaut wird. Nicht verwunderlich, dass zum Abschied Tränen flossen und wir alle ein schnellstmögliches Wiedersehen versprachen. 


Hinter jedem Blog steckt ein Mensch und in jedem Blogger ein Gleichgesinnter (Manchmal habe ich das Gefühl, dass dies vergessen wird). Wir sollten uns Leserzahlen, Kooperationen und "schneller, höher, besser" zum Trotz öfter daran erinnern, dass wir miteinander und nicht gegeneinander bloggen!

Was an diesem Wochenende sonst so entstand, zeige ich beim nächsten mal.

Liebe Grüße, Nadine

Mittwoch, 29. Juni 2016

Mein Schwalben-Hoodie


Was für ein Wetter hin- und her. Abwechselnd ist mal Hochsommer und am nächsten Tag schon wieder Herbst. So freue ich mich an den kühleren Tagen oder den lauen Abenden über meinen neuen Schwalben-Hoodie.


Als Snaply Mitte Mai fragte, ob sie mich im Rahmen eines Beitrags zu jungen Bloggern im Snaply-Magazin vorstellen dürfen, durfte ich mir etwas aus dem Shop aussuchen. Wusstet ihr schon, dass Snaply nun auch eine Auswahl schönster Stoffe im Sortiment hat? So kann man zum bestellten Zubehör gleich noch etwas Rohmaterial mitordern. 

 KAM-Snaps gehören natürlich zur Grundausstattung meines Nähsortimentes und auch das inzwischen überaus bekannte SnapPap hat hier schon Einzug gefunden. Daher fiel meine Wahl auf einen wunderschönen Interlock-Jersey mit Schwalben-Print, den ich zu einem Sommeroberteil verarbeiten wollte. 



Was ich total vergessen hatte war, dass Interlock doch wesentlich schwerer und fester als normaler Jersey ausfallen kann. Das Sommer-Oberteil wäre also alles andere als flatterig und leicht geworden. So zerbrach ich mir einige Tage den Kopf, was ich denn nun mit dem schönen Stück Stoff mache. Dann entdeckte ich bei Facebook den Schnitt "Lady Pull*ee" von NipNaps. Mit den schräg ins Vorderteil laufenden Seitennähten liegt er ohnehin noch voll im Trend. Er vereint alles was ich suchte: die Figurnähe vom Shirt und die Gemütlichkeit vom Hoodie, hinten länger, vorne kürzer, Kapuze - check. 

Die Kapuze habe ich so mit Ösen und Tunnelzug versehen, dass ich sie vorne am Hals in der Höhe raffen kann. Dadurch liegt sie nicht nur toll, es ist auch sehr angenehm zu tragen. Die Kordelenden habe ich nach dem Tutorial im Snaply-Magazin mit SnapPap eingefasst. 



Letzte Woche trug ich den Hoodie zur Uni. Es war Raumwechsel und wir mussten vor dem nächsten Raum noch etwas warten. "Du hast einen voll schönen Pulli an", sagte eine Freundin, als sich mit "Der Stoff ist von Swafing, oder?" eine andere Kommilitonin einmischte. Ab diesem Moment starrte alles um uns herum meinen Hoodie an... "Den hast du selber genäht?!", entfuhr es selbst den Kommilitonen, die eigentlich um mein Hobby wissen. Nur den Insidern auffallen ;-) Für mich war das das höchste Lob.

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Hoodie Schnitt: Lady Pull*ee von NipNaps z.B über Makerist
Stoff: Snaply (DANKE!)

Freitag, 17. Juni 2016

Ausflug mit Kind, Kleinkind und bunten Klamotten


Einmal die Woche habe ich eine Verabredung mit den beiden kleinen Menschen, die ich diesmal mit meinen genähten Sachen abgelichtet habe. Wir lesen Pippi Langstrumpf, machen uns ungesundes Popcorn, spielen "Bauer ärgere dich nicht" oder machen einen Ausflug. Auf jeden Fall haben wir immer viel Spaß.

Am Wochenende waren wir drei im Tierpark. So richtig mit Autofahren und anschließendem komatösen Rückbankvolk, praktischer Erfahrung mit Kinderwagen bei Gelände mit Hanglage und völlig angstfreiem Kleinkind. Es war nicht wirklich weniger anstrengend als mit 50 Grundschülern, aber mindestens genauso schön ;-)



Man könnte denken, die beiden sollten von mir schon massig benäht worden sein, dem ist aber gar nicht so. Wer schenkt mir Zeit um das mal zu ändern? Tatsächlich habe ich die Große bisher nur mit dem Little Forest-Shirt zum Geburtstag im Dezember benäht und den Kleinen.... wollt ihr mal lachen? - In den Stunden vor unserem Ausflug in den Tierpark *grins*.
Schon ewig wollte ich ihm eine Knickerbocker nähen, weil ich schon immer fand, dass ihm die richtig gut stehen würden und als mir gerade der schöne Cord in die Hände fiel, musste ich direkt loslegen. Die Hose war tatsächlich ruck-zuck genäht, also dachte ich, "nähste mal eben noch ein Shirt dazu". Inzwischen tut es auch gar nicht mehr so weh, geliebte Stoffschätze, wie den alten Fuchsig-Jersey von Farbenmix, anzuschneiden. Wenn nicht jetzt, dann nie! 



Die Hose sollte zumindest eine Knickerbocker sein. Praktisch ist sie momentan noch eine Pumphose (Beinbündchen einmal komplett längs umgeschlagen). Ich war schlicht zu geizig, den Schnitt noch in der Ausführung mit den kleineren Größen zu kaufen und habe dann *so pi mal Augenmaß* den großen Schnitt verkleinert. Also nicht so ganz das Ergebnis, dass ich mir eigentlich vorgestellt hatte, passt jetzt aber garantiert einige Zeit und ist ja auch so schon tragbar.

Falls jemand einen Schnitt-Tipp für die Knickerbocker weiß, die ich eigentlich im Kopf hatte, also so mit langen Bündchen bis kurz unterhalb des Knies, und wo sich der Schnittkauf lohnt, dann gerne her damit!

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Die Große trägt:
Shirt: Antonia von Farbenmix (Verlängert um 10cm)
Stoffe: Gehütete Lillestoffe

Der Kleine trägt:
Shirt: Basic-Raglan Schnitt Schnitt aus der Ottobre
Hose: Knickerbocker von Madame Jordan (selbst Verkleinert)
Stoffe: Aus meiner Schatzkammer und dem heimischen Stoffladen