Montag, 5. Dezember 2016

Von Zeitmanagement, Prokrastrination, dem Bloggen und meinem neuen Basic-Strickmantel


Zeitmanagement ist nicht wirklich meine Stärke. Das erklärt auch, warum es hier immer mal wieder etwas stiller ist. 

Ich setze meine Prioritäten gerne spontan und aus dem Bauch heraus. Das funktioniert zu Semesterstart noch ganz gut, wird aber mit fortlaufendem Workload eine stressige Angelegenheit. Die guten Tipps und Vorsätze aus dem Zeitmanagement-Workshop, an dem ich freiwillig teilgenommen habe, haben genau zwei Tage gehalten...


 "Prokrastrination" ist sozusagen das schlaue Wort für "Aufschieberei". Und das kann ich. In Perfektion. Weil ich lieber die Sonne genieße, wenn sie schon mal da ist, weil ich lieber die AG für meine Grundschuler vorbereite, die ich noch anbiete, als eine Hausarbeit über Martin Luther zu schreiben, weil man im Advent nunmal Plätzchen backen muss und es jetzt die beste Zeit ist um die Skipisten für sich zu haben,...

Es ist wahrlich nicht einfach alles neben dem Studium unter einen Hut zu bringen. Ich mache einfach zu viele Dinge gerne und alles ist mir auf seine Art wichtig. Mein Blog ist da eben nur ein kleiner Teil von einem großen Ganzen und auch wenn ich indirekt immer ein ganz schlechtes Gewissen habe, wenn es hier so lange still ist, ist er das, was eben ganz hinten ansteht. 




Auf den Rat einer anderen Bloggerin habe ich kurzzeitig GoogleAnalytics ausprobiert und mich dabei furchtbar schlecht gefühlt... Warum soll ich mir auch noch Gedanken machen müssen, was ich wann und wie Poste um damit den größtmöglichen Profit (ich denke dabei an Leserzahlen, Klicks, Kommentare und likes und nicht nur evtl. geldlichen Profit) zu erzielen? 

Ich will doch in aller erster Linie Grundschullehrerin werden - Das muss ich mir einfach immer wieder bewusst machen, wenn ich durch Instagram, Facebook und die Blogs streife und das Gefühl bekomme "nicht gut genug" zu sein. Es ist ok, wenn andere eine Kooperation nach der anderen eingehen, es täglich an die Nähmaschine schaffen und fast in Echtzeit tolle Bilder präsentieren und dabei noch hier und dorthin reisen, dies und jenes erleben und vielleicht sogar noch vom Bloggen leben können. Mein Ziel ist es, vor einer quirligen Schulklasse zu stehen, mit ihnen die Welt verstehen zu lernen und glücklich zu sein. Ich will von meinem Blog nicht leben, nicht "reich und berühmt" werden... Dann sollte ich doch nicht mal mir selbst Rechenschaft schulden.

Alles nicht so einfach.


Nun aber endlich zu dem, was ihr zwischen den Zeilen schon sehen konntet. Ich habe es endlich geschafft, den Basic-Strickmantel von Ki-ba-doo aus der Feder von unserer Frau Liebstes zu nähen. Der Schnitt löste schon bei der Vorstellung in ihrem Blog ein absolutes "Haben-wollen-Gefühl" bei mir aus, aber ich bin einfach kein Fan von Ebook-Kleberei... Auf dem letzten Stoffmarkt hier im Ort, fand ich dann den Papierschnitt davon, kaufte direkt Stoff und nähte ihn in einem kleinen Zeitfenster schnell zusammen. Er ist nämlich wirklich - wie es sich für einen Basic-Schnitt gehört - fix genäht. Mit seinen überlangen Ärmeln und den eingearbeitet Taschen in denen die Hände verschwinden können und evtl. noch einem zusätzlichen Monsterschal lässt sich damit auch ein langer Unitag erträglich machen.

Darunter trage ich ein Lady Pepe Shirt genäht nach Mialuna ohne Schulter-Einsätze aus meinem Amsterdamer Stoff-Souvenier. Den fand ich während meines Kurztrips in einem der seitlich angesiedelten Stoffläden auf dem Albert Cuyp-Markt. Dieser Ort ist ein kleines Paradies für alle, die während ihres Amsterdam-Besuchs auch Stoff shoppen wollen. An welchem anderen Ort findet man so viele Möglichkeiten für den Stoffeinkauf an einer einzigen Straße?


Ich liebe meinen Strickmantel total, denn die große Kapuze kann man sich notfalls auch mal wie eine Bettdecke über den Kopf ziehen, wenn man zu viel prokrastriniert hat und man alle Verpflichtungen wie eine große Welle auf sich zurollen sieht ;-)

Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Mantel Schnitt: Basic-Strickmantel von Ki-ba-doo, Gr. 34
Mantel Stoff: aus dem heimischen Stoffladen, leider habe ich keine Bezeichnung der Stoffart parat
Shirt Schnitt: Lady Pepe von mialuna, Gr. 34
Shirt Stoff: Mitgebracht aus dem Holland-Urlaub

Mittwoch, 16. November 2016

Wikinger-Power!


Man, man, man... was ist das für ein Wetter, äh Licht da draußen... Da weint doch das Herz eines jeden, der mit der Fotografie zu tun hat. Denn ich würde hier viel lieber endlich meinen neuen kuscheligen Strickmantel zeigen, mit dem ich mich gerade auf dem Sofa eingekuschelt habe, während draußen feiner Nieselregen vom Wind gepeischt gegen die Scheiben schlägt. 

Stattdessen gibts also mal wieder eine Kinder-Kombi von der Festplatte. Die entstehen hier immer irgendwie schwunghaft. Habe ich der einen etwas genäht, bekommt der andere auch etwas und beim Schnitte wühlen fallen mir die nächsten "musst du mal wieder nähen" in die Hände.



Die Wikinger-Kombi habe ich für eine liebe Bekannte genäht, die ich vor Jahren über Farbenmix kennen gelernt habe. "Meine Großfamilie", sage ich gerne, denn ein Besuch bei Sandra, ist für mich immer irgendwie wie nach Hause kommen. Leider sitzt Sandra inzwischen viel zu selten an ihren Nähmaschinen, denn wenn sie die dann doch mal hervor holt, dann schlackert man wirklich mit den Ohren. Sandra ist die Frau für Großprojekte ;-)

Für Sandras Jüngsten hatte ich schon vor längerem eine Leinen-Knickerbocker versprochen. Den Schnitt hatte ich mir ursprünglich für meinen Mittwochs-Boy gebastelt, gefiel Sandra aber auch so sehr. Einzelteile kann ich nur leider wirklich schlecht, daher sprang noch ein Neo-Pulli bei rum. Der Schnitt ist schon ein wenig älter und auch nicht mal eben genäht, ich mag ihn aber immer noch sehr, denn mit den Patches und Einsätzen bekommt das Shirt so richtig pepp und wird zu etwas ganz besonderem im Kleiderschrank.



Liebe Grüße, Nadine

Zutaten
Pulli: Neo von Ki-ba-doo
Stoff: Wikinger von Lillestoff
Hose: Eigener Schnitt
Stoff: Lisas Stoffe Rheda

Freitag, 11. November 2016

Design Gipfel Bielefeld

Zwischen den Zeichnungen und allen anderen Artikeln kleinerer Labels am Stand von ALVAs HAUS konnte man sich kaum entscheiden.
"Bielefeld? Das gibt es doch gar nicht!", wenn ich einen Satz als Studentin dieser Stadt nicht mehr hören kann, dann ist es dieser. Wenn es Bielefeld nicht geben würde, sähe die Weihnachtsbäckerei in der Welt sicher anders aus. Schließlich ist Bielefeld Hauptsitz von Dr. Oetker und wird deshalb auch liebevoll "Puddingtown" genannt.

Bielefeld ist Ostwestfalens Großstadt und kann in Punkto Lebensqualität mit manch größerer Stadt mithalten, so vielfältig sind die Umgebung, die Freizeitmöglichkeiten und das kulturelle Angebot.  

Ein Magnet für alle Designliebhaber war am vergangenen Wochenende der Design Gipfel, der für mich schon lange vorher als Pflichttermin im Kalender stand.

Pfefferstreuer von KITSCHCANMAKEYOURICH
Holz-Bilder von Anja Hudepohl
Ich durfte den Designgipfel diesmal als Bloggerin besuchen und für alle die nicht mit dabei waren, ein bisschen Mäuschen spielen. 

Was ich am Designgipfel so mag ist seine riesige Bandbreite besonderer Aussteller. Mit einigen bin ich ins Gespräch gekommen und möchte euch etwas mehr über sie erzählen.


Montag, 31. Oktober 2016

Einigkeit, Recht und Flamingos


 Ich habe das große Glück (oder Unglück, wie man es nimmt), jedes mal auf dem Weg zur Uni an unserem Stoffladen vorbei zu kommen. Genauer gesagt befindet er sich direkt gegenüber vom Bahnhof. Tja und da die Bahn nicht gerade für ihre Pünktlichkeit bekannt ist... Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie ich längere Wartezeiten überbrücke - Genau, mit Stöbern im Stoffladen ;-)

Bei so einem unplanmäßigen Stoffladen-Besuch entdeckte ich auch den coolen Flamingo-Sweat. Cool fanden ihn jedenfalls das Lieblingsmädchen und ich. Frau Nachbarin war da schon skeptischer, ob Madame ihn nachher wirklich toll finden würde.


Der Stoff wurde gekauft, auf dem Lillestofffestival zig mal bewundert und in enger Rücksprache mit meinem großen Lieblingsmädchen nach ihren Wünschen genäht. Taschen und Kordeln wie meine Hoodies sollte er haben. Da kamen die bunten Ösen von Snaply gerade richtig! Ist das passende Werkzeug vorhanden, lassen sie sich super einfach anbringen und peppen jedes Teil nochmal zusätzlich auf.

Die Kordel ist aus Sicherheitsgründen nicht durchgängig, sondern einmal durchgeschnitten und mit einem groben Zickzack-Stich wieder miteinander verbunden worden. So sollte sie im Fall der Fälle nachgeben.



Der Pulli basiert auf dem "all time favourit"-Schnitt der Nachbarskinder, dem Herzbuben von Fred vonSoho. Allerdings wird in den größeren Größen deutlich, dass der Schnitt eben eher für "Buben" gedacht ist. Hätte ich die Kaufgröße vom Lieblingsmädchen gewählt, wäre er ihr viel zu weit geworden - Merke: Maßtabellen sind wichtig!

Ich habe ihre Maßen verglichen, zwei Größen kleiner gewählt und die Längen entsprechend angepasst.


Was soll ich sagen... Frau Nachbarin mag den Flamingo-Pulli ihrer Tochter immer noch nicht, die ihn aber umso mehr - Ha!

Liebe Grüße, Nadine

Schnitt Hoodie: Herzbube von Fred vonSoho (Anpassungen siehe Text)
Stoffe: gekauft bei Lisas Stoffe in Rheda
Lederdetails: SnapPap von Snaply
Ösen: wurden mir von Snaply zur Verfügung gestellt

Freitag, 28. Oktober 2016

Herzbube mit ganz viel Katerliebe


Ich nähe wahnsinnig gerne für unsere Nachbarskinder. Ihre Freude darüber und meine Werke getragen zu sehen macht mich immer wieder glücklich. 

Mit der Einschulung des Räubers in diesem Jahr dachte ich, wäre die Zeit, in der ich ihn benähen darf, vorbei... Er ist wirklich groß, frech und sowas von kess geworden. Dabei wollte ihn das Lieblingsmädchen doch gestern erst zurückgeben... Aber nein, ich habe sogar das Gefühl, er weiß das von mir genähte jetzt sogar richtig zu schätzen.


Ich glaube das Wichtigste ist, den Kindern (gerade den älteren) zuzuhören, ihre Wünsche aufzugreifen und dabei auch mal gegen die eigenen Prinzipien zu agieren. So ein Hoodie ist sicher nicht das spektakulärste, dass ich hier präsentiert habe, aber genau DEN wollte der Räuber haben.

Alle Stoffe hat er sich im Stoffladen selber ausgesucht und ich hatte eine strikte Anweisung, wie ich ihn nähen sollte. KATER-Pfötchen für Kapuze und Ärmel, der Rest nur grau und vorne eine dicke Pfote drauf. Schließlich liebt der Räuber seine beiden Kater.


"Ooooah, mein Pulli!", entgegnete mir der Räuber bei der Übergabe. Zog ihn direkt an und so schnell auch nicht mehr aus.

Und Nüsse kann man damit auch prima sammeln...


Liebe Grüße, Nadine

Schnitt Hoodie: Herzbube von Fred vonSoho (Gr. 128)
Stoffe: gekauft bei Lisas Stoffe in Rheda
Pfoten-Appli: Selbst gezeichnet

Sonntag, 16. Oktober 2016

Rosa, pink, lila, gold und silber! Oder dürfen Drachenmützen aus Einhorn-Stoff genäht werden?


Dies ist wahrscheinlich der zügigste Blogpost überhaupt, aber diese "Bestellung" verlangte förmlich danach...

Gestern Abend war mal wieder "Nadine-Abend". Meine kleine Freundin öffnet mir euphorisch die Tür, ich nehme sie wie ein kleines Baby auf die Arme und zusammen werfen wir uns auf die Couch. Kichernd berichtet sie mir von ihrem Tag bei ihrer Kindergartenfreundin. Sie kriegt sich gar nicht mehr ein. Alles sprudelt so aus ihr heraus. 

Dann: "Nadine? Ich möchte auch so eine Dinomütze wie mein Bruder!" (Die bekam er von mir zum Geburtstag) - "Wirklich? Auch mit Dinozacken und so?", frage ich ungläubig (neben mir auf der Couch sitzt eine kleine Pferde-/ Einhorn-Prinzessin) - "Ja!" - "Und wie soll die aussehen?", hacke ich nach und schaue sie gespannt an - "ROSA, PINK, LILA, GOLD und SILBER!", zählt sie hochkonzentriert auf.


Ich bringe später mein liebes großes Mädchen ins Bett und verspreche, mal nach passendem Stoff zu schauen. "Mal"... ist klar. Kaum bin ich wieder Zuhause, hocke ich mitten im eh schon total chaotischen Nähzimmer (hach, ich liebe das so) und schiebe Stoffe hin und her. Lila gehört so überhaupt gar nicht zu meinen Farben und daher finde ich nur den wunderschönen Leni´s Dream-Jersey von Hamburgerliebe in meinem Regal. 

Ich schicke eine whatsapp an die Mama der Großen: "Darf eine Dinomütze ein Einhorn-Stirnband haben?" und bekomme promt Antwort: "Aber unbedingt!". Lila-Fleece müsste man haben... Zwischen meinen Anfangswerken finde ich tatsächlich einen (furchtbar genähten) Pulli aus lila Fleece, der nie getragen werden konnte und zerschneide ihn kurzerhand. Der alte Herr schaut noch kurz im Nähzimmer vorbei und zuppelt den puff-pinken Micro-Plüsch aus dem Regal. "Ich wollte eigentlich kein Schwein schlachten", gebe ich ihm darauf zu verstehen. 

Das passt aber doch ziemlich cool zusammen. Ich schlachte das Schwein also doch und sorge für sehr kuschelige Ohren. Rosa-rote Ringel geben die perfekten Zacken und es findet sich tatsächlich noch etwas goldenes Kunstleder. Silber wurde dann schon schwieriger, denn ich wollte die Einhörner auch nicht mit Reflexband übernähen. Wie der Zufall es so wollte, fand ich in der Schublade aber noch ein Stück Reflexpaspel, das gerade noch so für den Stirnbereich reichte.



Zu der Mütze sollte aber auch die passende Halssocke nicht fehlen, die ich dann auch noch eben unter der Maschine durchjagte. 

Heute Morgen konnte ich dann schon ein schnelles Foto rüber schicken. Kommentiert mit: "Rosa, pink, lila, gold und silber!". Ich bekam die niedlichste Whatsapp-Antwort ever zurück - Ein Video von meiner Großen, die zum Ende sagt "SO wollte ich das haben!".

Hach, ist das schön.

Liebe Grüße, Nadine

Drachenmütze: Mult-Mützen-Ebook von Farbenmix
Halssocke: Freebie von Olilu